Ende September fand die 12. Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science ihren feierlichen Abschluss in der Archenhold-Sternwarte der Stiftung Planetarium Berlin. Es ist zwar schon ein Weilchen her, trotzdem möchten wir zum Jahresabschluss mit euch ein paar Impressionen einer wunderbaren Preisverleihung durchstöbern.
Eingeleitet wurde der Abend mit einer historischen Präsentation von Tim Florian Horn, dem Leiter der Stiftung Planetarium Berlin. Denn der Einsteinsaal, in dem die Veranstaltung stattfand, trägt ein historisches Gewicht. Am 02. Juni 1915 präsentierte Albert Einstein in diesem Saal seine Allgemeine Relativitätstheorie erstmals der Öffentlichkeit. Es war für uns von FFS eine große Ehre in diesem Jahr unsere zwölf Preisträger*innen in diesem Saal ehren zu dürfen.
Die Einleitung der Preisverleihung
Nach einer Begrüßung unseres Geschäftsführers Benedikt Fecher, stellte das Moderatorinnen-Duo aus TV-Redakteurin Isabell Geidel und Projektassistenz von Fast Forward Science Cora Schäfer das Programm der Preisverleihung vor. Zuerst sollten die Video-Kategorien verliehen werden, dann die Audio-Kategorien und zu guter Letzt: unser einmaliger Sonderpreis Energie. Jeder Programmpunkt wurde mit jeweils einer besonderen Laudatio eingeleitet. Alle zwölf Preisträger*innen wurden nach ihrer jeweiligen Preisübergabe kurz auf der Bühne interviewt.
Auf unserem Instagram haben sich die Preisträger*innen kürzlich nochmal einzeln vorgestellt. Alle preisgekrönten Beiträge könnt ihr hier auf unserer Website nochmal anschauen und anhören (was wir euch dringend ans Herz legen, falls ihr es noch nicht getan habt :-))! Weitere Infos zu den Preisträger*innen findet ihr auch hier in unserem Blog.
Die Video-Laudatio von Robert Lepenies

Prof. Dr. Robert Lepenies ist Professor für Heterodoxe und Plurale Ökonomik an der Karlshochschule in Karlsruhe. Er forscht zu Umweltpolitik, Nudging, Wirtschaftsethik, den Globalen Nachhaltigkeitszielen und Science-Policy Interfaces, hat aber auch das ein oder andere mal über Wisskomm selbst geforscht. Robert ist mehrjähriges Jury-Mitglied bei Fast Forward Science und führte uns in seiner Laudatio in eine Reise zu den breiten Möglichkeiten des Formats Video als Vermittlung von Forschung. Hier ein Ausschnitt aus Roberts mitreißender Hommage an die Preisträger*innen:
„Videos sind ein starkes Format, um Wissenschaft zu kommunizieren, weil sie uns mitten reinziehen in matschige Wälder, in hell erleuchtete Labore, an den Beginn des Universums, aber auch in blutige Kriminalfälle. Videos, Reels oder Shorts sind für die Wissenschaftskommunikation besonders, weil sie mehrere Ebenen zugleich adressieren: Information, aber auch Inszenierung. Sie verbinden Sprache, Bild, Ton, Rhythmus (…) und sie erklären Experimente nicht nur, sie bauen Vertrauen zu den Personen auf, die uns diese Experimente zeigen. Sie machen Wissenschaft glaubwürdig und greifbar.“
Galerie zur Verleihung der Video-Awards
Im Anschluss trat Anna Held auf die Bühne, seit 2019 hat sie in verschiedenen Rollen beim Stifterverband Projekte im Bereich Innovation, Hochschulpolitik, Future Skills und Open Data in der Forschung begleitet. Seit 2023 koordiniert sie beim Stifterverband die Geschäftsstelle des Deutschen Zukunftspreises. Der Deutsche Zukunftspreis ist der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation. Er besteht seit 1997 und hat die Kategorie Young Scientist Award im Jahr 2020 mit ins Leben gerufen. Wir begrüßten Anna in einer Doppelrolle, einmal um den Deutschen Zukunftspreis zu vertreten und um als Jury-Mitglied von FFS die vier Preisträger*innen des Young Scientist Award zu verkünden.
Gleich danach verlieh das Moderatorinnen-Duo die zwei Preise für den Newcomer-Sonderpreis des Besten Debüt Video.
Die Audio-Laudatio von Maria Lorenz-Bokelberg

Die vier Audio-Preise wurden eingeleitet von einer Laudatio der Podcast-Pionierin Maria Lorenz-Bokelberg. Als Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin der Berliner Podcast-Produktionsfirma Pool Artists, Speakerin und Beraterin gehört sie zu den prägendsten Akteurinnen der deutschen Podcast-Szene. Maria produziert Podcasts seit das Medium erst anfing zu boomen. Pool Artist produziert Formate für große Medienhäuser wie ZEIT ONLINE und die ARD sowie zahlreiche unabhängige Gesprächs-, Reportage- und Audiofeature-Podcasts. Maria setzt sich dafür ein, dass Podcasts mutiger, experimenteller und vielfältiger werden.
In ihrer Laudatio gab sie dem Publikum einen detaillierten Einblick in die faszinierende Arbeit als Jury-Mitglied bei Fast Forward Science und beteuerte die powervolle Kombination des Formats Podcast und der Wissenschaft:
„Audio und Podcast sind wirklich besonders, da wir in diesem Medium, wie kaum in einem anderen, sehr intensiv und konzentriert zuhören, das belegen auch Statistiken. (…) Wenn es einen Bereich gibt, in denen Menschen mal wirklich konzentriert zuhören sollten und der für die Gegenwart und die Zukunft der Erde, der Gesellschaft, unserer Miteinanders und so gut wie jeden Lebensaspekt wichtig ist, dann ist es die Wissenschaft. (…) Die heutigen Preisträger*innen der beiden Audio-Kategorien beweisen auf die beste Weise, dass Podcast und Wissenschaft einen besonderen Bond miteinander haben. „
Galerie zur Verleihung der Audio Awards
Die beiden Moderatorinnen übergaben die Preise des Audio Awards und des Besten Debüt Audios an vier eindrucksvolle Podcast-Folgen, die Wissenschaft anschaulich und spannend präsentieren.
Die poetische Energie-Laudatio von David Ohse

David Ohse ist Juror beim Sonderpreis Energie. Er hat Astrophysik studiert und arbeitet als Wissenschaftskommunikator sowohl an der Universität Bonn als auch für science 42. Um Wissenschaft zu kommunizieren, probiert er immer wieder neue Formate aus: Vom Physikshow-Musical über Brettspiele bis hin zum immersiven Escape Room. Außerdem ist er ein begeisterter Science Slamer. Sein poetisches Gespür stellte er auch in seiner Energie-Laudatio unter Beweis, in welcher er Fake News ermahnt und die wissenschaftliche Content Creation unsere Preisträger*innen belobigt:
„Energie. Sie umgibt uns, sie durchdringt uns, sie hält unsere Gesellschaft zusammen. (…) Wir schreiben das Jahr 2025. Das ganze Internet ist voll mit Desinformation, irreführenden Kampagnen gegen zukunftsfähige Energielösungen, unwissenschaftliche Beiträge über angebliche Gefahren der Energiewende, voll von Hasskommentaren gegen Forschende, die ihre Forschung publizieren. Das ganze Internet? Nein! Eine Gruppe von unbeugsamen, wissenschaftsaffinen Content-Creators gibt nicht auf und hört nicht auf Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch zu bringen. Denn Wissenschaft entsteht erst im Gespräch.“
Galerie zur Verleihung des Sonderpreis Energie
Zum krönenden Abschluss stand die Preisverleihung unseres Sonderpreis Energie an, der in diesem Jahr einmalig ausgeschrieben wurde. Für den Sonderpreis haben wir kreative, wissenschaftlich fundierte Multimedia-Beiträge gesucht, die sich mit Energie, nachhaltiger Ressourcennutzung und der Transformation unserer Energieversorgung beschäftigen.
Der Sonderpreis Energie ist durch die MVV Stiftung Zukunft ins Leben gerufen worden. Die gemeinnützige MVV Stiftung Zukunft hat ihren Sitz in Mannheim und setzt sich aktiv für den Übergang zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung ein, beispielsweise durch die Förderung von Bildungsinitiativen, Umweltprojekten und sozialen Innovationen.
Dr. Alina Lara Amann ist Vorstandsmitglied der MVV Stiftung Zukunft. Darüber hinaus leitet Alina Amann die Innovationsabteilung der MVV Energie AG, eines der führenden Energieunternehmen in Deutschland. Nach einer schönen Rede zur Entstehung des Preises verlieh sie die zwei letzten Preise des Abends, wobei Preisträgerin des zweiten Platzes Dr. Eva-Maria Grommes ihren Preis leider nicht persönlich entgegennehmen konnte. Stattdessen sendete sie uns per Video ein paar Grußworte in die Sternwarte.
Wir sagen DANKE
Nach einer rundum gelungenen Veranstaltung fand der Abend im Foyer der Archenhold-Sternwarte seinen feierlichen Ausklang mit der 25-jährigen Jubiläumsfeier von Wissenschaft im Dialog!
Unser herzliches Dankeschön geht an Tim Florian Horn für die Möglichkeit, die Preisverleihung und Feier in den Räumen der Sternwarte auszurichten, sowie an Belgin Uzan für die wunderbare Betreuung und Organisation seitens der Stiftung Planetarium Berlin. Ein ganz besonderer Dank gilt unserer 31-köpfigen Jury, die mit großem Engagement – teilweise über mehrere Jahre hinweg – aus so vielen starken Wisskomm-Beiträgen die besten ausgewählt hat. Und natürlich danken wir allen Preisträger*innen für eure beeindruckenden Beiträge zur Wissenschaftskommunikation.
Wir im Fast Forward Science-Team sind noch immer erfüllt von diesem erfolgreichen Abend und freuen uns schon riesig auf die nächste Wettbewerbsrunde, denn sie steht bereits vor der Tür! Im Februar öffnen wir wieder die Tore für eure kreativen Video- und Audio-Beiträge rund um die Wissenschaft. Seid ihr bereit?
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Fotos: Simon Esser
Text: Cora Schäfer

















































































































