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Citizens Offline

Drei Wissenschaftlerinnen der Universität St. Gallen haben es mit ihrem Webvideo „Citizens Offline: Der Staat, Telekomunternehmen & Internetblockaden“ unter die Finalisten der Kategorie SUBSTANZ geschafft. Bevor es zum Online-Voting geht, erfahrt ihr hier mehr über das Video.

Worum geht es in dem Video?

Wer kann das Internet abschalten? Dieses Video erklärt die Rolle von Telekomunternehmen in politisch motivierten Internetblockaden [von Freyburg, Garbe und Wavre]. Am Beispiel der Internetblockaden während der Wahlen in Uganda im Jahr 2016 erläutern wir die Rolle von Telekomunternehmen bei Störungen des Zugangs zum Internet, die von der Landesregierung angeordnet wurden. In der Regel beschränken die Regierungen den Internetzugang nicht direkt, sondern weisen die Internetanbieter an, den Zugang zum Internet bzw. bestimmten Internetangeboten zu manipulieren. In Zeiten, in denen der Zugang zum Internet am Wahltag während vieler Wahlen in Afrika unterbrochen wird, geht das Video auf eine äußerst aktuelle Herausforderung ein.

Wer steckt hinter dem Video?

Wir sind ein Team von drei Forscherinnen, die zur Verbreitung des Internets und der Manipulation des Zugangs zum Internet in Afrika arbeiten. Wir beobachteten, dass sich Forscherinnen und Forscher und Medienschaffende primär auf die Rolle der staatlichen Regierung zu konzentrieren schienen und dabei vergessen, wie wichtig Telekommunikationsunternehmen bei der Manipulation und Beschränkung des Zugangs zum Internet sind. Dabei sind es diese Unternehmen, die letztendlich Blockaden technisch umsetzen. In unserem Projekt untersuchen wir, unter welchen Bedingungen Telekomunternehmen bereit sind, Forderungen der Regierung Folge zu leisten und den Zugang zu Internetangeboten zu manipulieren. Besonders interessant wird diese Frage, wenn es sich um Unternehmen handelt, die ihren Hauptsitz in demokratisch verfassten Staaten haben, wie beispielsweise Vodafone in Grossbritannien und Orange in Frankreich. Diese Unternehmen sollten sich schliesslich der Achtung der Menschenrechte und eines ethisch-verantwortlichen Verhaltens verpflichtet haben.

Warum sind Webvideos toll für die Wissenschaft?

Wir wollten über traditionelle akademische Ergebnisse wie Zeitschriftenaufsätze oder Buchkapitel hinausgehen, um sicherzustellen, dass unsere Botschaft leicht zugänglich ist, insbesondere (aber nicht nur) außerhalb der akademischen Welt. Wir befürworten eine handlungsorientierte Forschung und sind bestrebt, auch Praxispartner wie Nichtregierungsorganisationen, die Zivilgesellschaft oder generell die eine interessierte Öffentlichkeit zu erreichen. Ein gut dokumentiertes und künstlerisch ansprechendes Video schien der direkteste Weg zu sein, um mit einem Publikum zu kommunizieren, das an soziale Medien gewöhnt ist. Letztendlich geht es auch darum, Neugierde und Interesse zu wecken sowie ein Bewusstsein für die Verantwortlichkeit von Konzernen in dieser Frage zu schaffen.

Was hat euch daran gereizt ein Webvideo zu drehen?

Unsere Forschung zielt darauf ab, die Verantwortung, die Unternehmen für die Einhaltung von Menschenrechten auch im digitalen Raum übernehmen sollten, in den Vordergrund zu rücken. Dafür gilt es, unsere Botschaft so zu vermitteln, dass sie auch für Menschen außerhalb der Wissenschaft sichtbar und zugänglich ist. Ein Video zur Erklärung unserer Forschung war der beste Kanal, um ein breites Publikum zu erreichen. Im Idealfall wird das Video jetzt weiter geteilt, so dass möglichst viele Menschen über die Verantwortung von Telekomunternehmen bei Internetblockaden lernen. Aus diesem Grund gibt es auch sowohl eine Deutsche als auch eine Englische Version des Videos.

Was war euch wichtig beim Videodreh?

Wir wollten unbedingt ein qualitativ hochwertiges Video liefern. Auch war es für uns sehr wichtig, dass das Video für ein breites Publikum interessant und informativ ist. Dafür mussten wir komplexe Zusammenhänge in eine intuitiv verständliche und anschauliche (Bild-)sprache übersetzen. Gleichzeitig war uns wichtig, dass das Video auch künstlerisch ansprechend ist und eine kritische aber positive Botschaft übermittelt, mit Bildern, die während unseres Forschungsaufenthalts in Afrika entstanden sind, und innovativen Illustrationen, die helfen Zusammenhänge zu veranschaulichen.

Online-Voting für den Community Award

Das Video ist eines von 17 Finalistenvideos. Alle Finalisten kämpfen vom 16. September bis zum 13. Oktober 2019 um eure Likes und Kommentare auf YouTube. Das Video, das am besten abschneidet, gewinnt den Community Award. Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick. #VoteNow

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