Warum du für Wisskomm kein Budget brauchst

Du hast ein Herzensthema aus der Wissenschaft, das du in die Welt tragen willst – aber dir fehlen Kamera, Mikro und Studio? Keine Sorge: Du musst dein Sparkonto nicht leer räumen, es gibt viele Möglichkeiten auch mit kleinem Budget coole Inhalte zu produzieren. 

Egal ob du Reels, TikToks, ein tiefgründiges YouTube-Video oder ein packendes Audio-Feature produzieren möchtest, die erste Frage lautet oft: Was möchte ich erzählen, und wie? Und danach: Wo soll ich das produzieren?

Klar ist: Wissenschaft lebt davon, geteilt zu werden. Es wäre schade, wenn gute Ideen an fehlender Technik oder räumlichen Bedingungen scheitern. Dabei gibt es Orte, an denen du kostengünstig und manchmal sogar mit professioneller Unterstützung hochwertigen Content erstellen kannst. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du mit Makerspaces und Co. kreativ und unbefangen mit deiner Wisskomm durchstarten kannst!

 

Im Makerspace wird gemacht – günstig und kreativ 

Im Makerspace wird gemacht, wie der Name schon sagt! Und zwar alles mögliche. Ein Makerspace ist im Prinzip ein offener, kreativitätsfördernder Arbeitsraum, in dem Menschen Zugang zu Werkzeugen, Technik, Maschinen und Know-how bekommen. Und das ist gerade für junge Forschende niederschwellig, zugänglich und kostengünstig. Die Idee dahinter ist das gemeinsame Lernen, Experimentieren oder eben Selbermachen. Dabei gibt es völlig verschiedene Schwerpunkte  – von handwerklichen Fähigkeiten wie Nähen und Holzarbeit, über 3D-Druck zu Coding. Die Räumlichkeiten sind häufig in Schulen, Universitäten, Bibliotheken oder Coworking-Spaces angesiedelt. Also genau da, wo viele Menschen zum Lernen und Arbeiten  zusammenkommen. Makerspaces machen es möglich, eigene Ideen mit kleinem Budget und gemeinschaftlichen Support umzusetzen. 

Es gibt natürlich auch Makerspaces, die sich auf  Audio-, Video- oder Medienproduktion spezialisiert haben – oder bestimmte Elemente integrieren. Man findet sie unter den Begriffen “Media Lab”, “Creative Hub” oder “Open Studio”. Ziel ist es, eine offene Atmosphäre zu schaffen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Medien und Technik zu fördern. Diese Räumlichkeiten beispielsweise mit einem akustisch gedämmten Tonstudio oder Video-Equipment ausgestattet. Teils finden sich dort sogar Schnitttools mit leistungsstarken Rechnern und zahlungspflichtigen Programmen wie Adobe Premiere Pro oder DaVinci Resolve. 

Das Schöne: Es gibt sie fast überall in Deutschland! Hier findest du eine Deutschlandkarte mit Makerspaces. Nach unserer Recherche gibt es allerdings noch weitere, die nicht auf dieser Karte angezeigt werden. Schau am besten selbst, was deine Stadt so an Open Studios zu bieten hat.

 

Das Digital Makerspace des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bietet am Zentrum für Mediales Lernen (ZML) für Studierende und KIT-Mitarbeitende einen digitalen Makerspace an! Dort gibt es mehrere professionell ausgestattete Produktionsstudios für Videos und Podcasts. Durch das zugehörige Beratungs- und Unterstützungsprogramm des ZML können gemeinsam Ideen und Konzepte umgesetzt werden. 

 

Offene Kanäle – Offen für deine Ideen und Raum für deinen Content 

Neben Makerspaces gibt es in Deutschland eine wichtige, oft unterschätzte Institution im Rundfunksystem: die Bürger*innenmedien. Als sogenannte „dritte Säule“ ergänzen sie das System aus öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk und sichern damit den in Artikel 5 des Grundgesetzes verankerten Anspruch auf freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit und unzensierten Zugang zu Informationen.

In Offenen Kanälen gestalten Bürger*innen das Radio- und TV-Programm selbst. Die Beiträge und Sendungen sind divers, frei, unzensiert und individuell. Bürgermedien bieten Raum für gesellschaftlichen Diskurs, ermöglichen Teilhabe und bringen das kulturelle Leben vor Ort auf Bildschirme und Lautsprecher. Das Beste: Jede*r kann sich einbringen, Themen setzen und Aufmerksamkeit für eigene Herzensanliegen schaffen – dazu gehört natürlich auch die Wissenschaftskommunikation. Offene Kanäle bieten neben der Sendezeit auch die nötige Infrastruktur: Moderne Produktionstechnik, Studios und Bildungsangebote stehen kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung. So wird die Medienproduktion zum Werkzeug für Demokratie, Vielfalt und Sichtbarkeit vor Ort.  

Dabei kannst du auch deine Medienkompetenz durch “Learning by doing” stärken. Offene Kanäle arbeiten nicht kommerziell und sind fest in die lokalen Vereine, Verbände, Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft verankert.
Eine Übersichtskarte über Offene Kanäle findet ihr beim Bundesverband Bürgermedien

 

Weitere Optionen günstig zu produzieren

Wie schon erwähnt, bieten auch viele Universitäten und Bibliotheken Makerspaces an. Wenn du studierst und deine Uni einen medialen Studiengang anbietet, dann gibt es dort häufig einen kostenfreien Verleih für multimediales Equipment. Manchmal muss man vorher einen Kurs belegen, um zu zeigen, dass man mit dem Equipment gut umgehen kann. Auch Bibliotheken verleihen gelegentlich mehr als nur Bücher. Es lohnt sich also, bei deiner Lieblings-Bib nachzufragen! 

 

Deine Idee zählt – nicht dein Budget!

Ob im Makerspace um die Ecke oder über den Offenen Kanal deiner Stadt, wenn du in die Wissenschaftskommunikation einsteigst, musst du nicht zwangsläufig auf Profi-Equipment sparen. Die vielen offenen Räume und Angebote zeigen, dass Medienproduktion für alle zugänglich sein kann. Sind Kamera und Mikro schon startklar? Dann nichts wie los, deine Wisskomm-Story wartet darauf, erzählt zu werden!

 

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Text: Cora Schäfer

Redaktion: Anna Henschel

#VoteNow – „Aussalzen“ (Experiment der Woche Folge 150)

Was es wohl mit der wundersamen Perlenflasche auf sich hat? Ein Experiment zum Nachmachen! 

Nicolas Wöhrl von Methodisch inkorrekt erklärt es in seinem Finalistenvideo der Kategorie SCITAINMENT

Kurzbeschreibung

Das Experiment zeigt den Prozess des Aussalzens. Aussalzen ist ein Vorgang, bei dem wasserlösliche Substanzen durch eine Salzzugabe aus der wässrigen Phase verdrängt werden. Dieses Verfahren findet auch technische Anwendung. Das Finalistenvideo demonstriert diesen Prozess durch unterschiedlich farbige Perlen.

Ein Experiment das erst verblüfft und dann zum nachdenken anregt. Darüber hinaus kann es auch relativ einfach nachgebaut werden. Das „Rezept“ findet sich in der Videobeschreibung und wird auch im Podcast „methodisch inkorrekt“ Folge 150 erklärt.

Wer steckt hinter dem Video?

Seit 2013 sprechen wir (Reinhard Remfort und Nicolas Wöhrl) in unserem Podcast „Methodisch inkorrekt!“ in Mikrofone und diskutieren aktuelle Studien. Über 80.000 Hörer verfolgen regelmäßig den lockeren Plausch, bei dem neben Neuigkeiten aus der Wissenschaft auch Experimente präsentiert werden. Für die Experimente eignen sich Videos natürlich ganz besonders und so haben wir angefangen diese in produzierten Videos und Livestreams zu zeigen.

Warum sind Webvideos toll für die Wissenschaft?

Unseren Podcast lieben wir, weil wir dort Themen aus der Wissenschaft in einer großen Tiefe und ohne zeitliche Beschränkung diskutieren können. Webvideos sind fast genau das Gegenteil und das begeistert uns in letzter Zeit enorm: Kondensierte Wissenshäppchen die neugierig machen und faszinieren. Eine völlig neue Zielgruppe die wir neben unseren längeren Formaten erreichen können.

Was hat euch daran gereizt ein Webvideo zu machen?

Uns hat interessiert, ob wir in wenigen Minuten Geschichten aus der Wissenschaft erzählen können. Außerdem wollten wir nach 7 Jahren in denen wir Audio-Podcasts produziert haben mal visuell arbeiten.

Eure Empfehlung für angehende Science YouTuber?

Findet Euer Thema! Bleibt authentisch. Geht ehrlich mit Fehlern um.

 

Online-Voting für den Community Award

Das Video ist eines von 18 Finalistenvideos. Alle Finalisten kämpfen vom 28. September bis zum 25. Oktober 2020 um eure Bewertungen. Das Video mit den meisten Sternchen gewinnt den Community Award. Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick. #VoteNow