Bestes Debüt Audio – Shortlist

Fast Forward Science 2025 war mit 165 Einreichungen eines unserer beitragsreichsten Jahre. Für das Beste Debüt Audio wurden 41 Beiträge eingereicht. Unsere Jury  hat sich dabei insgesamt über 26 Stunden an Audio-Material angehört! Unter so vielen Hörbeiträgen die besten auszulesen ist nicht einfach.

Die Kategorie BESTES DEBÜT AUDIO zeichnet auch in diesem Jahr wieder wissenschaftsbegeisterte Newcomer*innen im Podcasting aus. Einziges Kriterium: die erste Podcast-Folge des Kanals durfte nicht älter als ein Jahr sein.

Wir stellen euch nun die fünf favorisierten Beiträge unserer Jury des Besten Debüt Audio vor. Neben den zwei preisgekrönten Beiträgen, präsentieren wir euch in dieser Shortlist noch drei weitere Podcast-Folgen, die absolut hörenswert sind. In einer Folge geht es um gruselige Zombie-Parasiten in unserem Gehirn. Ein Beispiel für richtig gutes Storytelling bietet eine Folge über das Verschwinden der 43 Studenten von Ayotzinapa in Mexico. Viel Freude beim Anhören und Eintauchen!

 

Hacker im Hirn: Die gruselige Welt der Zombie-Parasiten!

Podcast: Doctopus: Der Wissenspodcast mit Dora und Dominic

Neuroparasitismus trifft Wissenschaftskommunikation mit Witz und Tiefgang: Diese Podcast -Folge überzeugt durch eine spannende Themenwahl, eine starke inhaltliche Struktur und die angenehm dynamische Art der beiden selbsternannten „Laber-Nerds“ Dora und Dominik. Besonders gelungen sind die vielseitigen Perspektiven, die geschickte Einbindung einer Metadiskussion zu Pseudowissenschaft und die sorgfältig gestalteten Shownotes. Ein klassisches Podcast-Format, das durch Persönlichkeit, kluge Aufbereitung und spürbare Begeisterung überzeugt.

 

Mit Polarstern zum arktischen Hausgarten

Podcast: Wellenbrecher Podcast

Zwei sympathische Hosts, ein Herzensthema und ein souverän geführtes Gespräch: Diese Podcast-Folge überzeugt mit Struktur, persönlicher Note und fachlicher Tiefe. Mit hörbarer Begeisterung nehmen Eva und Anabel die Zuhörer*innen mit zum arktischen Observatorium HAUSGARTEN, wo seit 1999 ökologische Veränderungen in der Framstraße erforscht werden. Anschaulich und fesselnd erklären sie die Arbeit an Bord der Polarstern, die jährliche Probenahme und warum Langzeitbeobachtungen wie diese im Klimawandel so wichtig sind.

 

 

Ayotzinapa lebt – ein Podcast über Menschenrechte in Mexiko

Podcast: von Jun.-Prof. Dr. Jenny Augustin (HHU Düsseldorf / Uni Osnabrück)

Mit viel Sorgfalt und klarem erzählerischem Konzept widmet sich dieser Podcast einem schmerzhaften, immer noch aktuellen Thema: dem Verschwinden der 43 Studenten von Ayotzinapa. Die Folge überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Information, Kontext und persönlichem Zugang. Daneben wird die Dynamik mit einer passenden Musik untermalt. Die Gestaltung ist durchdacht und kreativ umgesetzt, für unsere Jury ein gelungenes Beispiel für gut erzählte Wissenschaftskommunikation.

 

 

Der Preis der Treue

Podcast: Unerhörtes Mittelalter: Vormoderne Erzählungen und warum man sie unbedingt kennen sollte

Diese Folge ist eine Seltenheit: Sie bringt mittelalterliche Literatur in die Gegenwart – klug erzählt, zugänglich und mit hörbar viel Liebe fürs Detail. Die Kombination aus erzählerischen Elementen, gezielt eingesetzten Sounds und solider Diskussion ist stimmig und gut aufbereitet. Komplexe Themen wie Treue, Moral und Gewalt werden mit kritischer Haltung beleuchtet, ohne belehrend zu wirken. So entsteht ein Podcast, der zeigt, wie spannend und relevant Mediävistik heute sein kann. Auch (und gerade) für alle, die damit sonst wenig Berührung haben. Natalie und Hans sind Preisträger*innen beim Besten Debüt Audio. 

 

 

Sonic the Hedgehog oder warum wir alle schon einen blauen Igel gesehen haben

Podcast: Wissen hinter den Kulissen

Kann ein Igel wirklich mit Überschallgeschwindigkeit rennen? In dieser Folge trifft Popkultur auf Physik und zwar auf die unterhaltsamste Art. Die drei Hosts Jack Pop, Anne-Dorette Ziems und Henry Holland-Moritz glänzen mit spürbarer Begeisterung, unterhaltsamer Chemie und einem klaren Gespür dafür, wie man Popkultur clever mit Wissenschaft verknüpft. Besonders stark: der durchdachte Aufbau, die liebevoll gestalteten Extras wie Shownotes und Kapiteltrenner und der ganz eigene Ton als Alleinstellungsmerkmal. Ein Debüt, das sich sehen (und hören) lassen kann und einen Preis ergattern konnte beim Besten Debüt Audio! 

YOUNG SCIENTIST AWARD [long] – Shortlist

In der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science fiel unserer Jury die Entscheidung besonders schwer – so viele spannende, kreative und gut gemachte Videos haben sie beeindruckt!

Der Young Scientist Award long wird gemeinsam mit dem Deutschen Zukunftspreis vergeben und richtet sich an Studierende, Promovierende und Postdocs (bis sechs Jahre nach der Promotion). Gesucht werden Video-Beiträge über drei Minuten, in denen Forschung auf anschauliche und spannende Weise möglichst vielen Menschen nähergebracht wird. Egal, ob die Teilnehmenden neu in der Social-Media-Welt sind oder schon zwanzig Videos produziert haben – entscheidend ist, dass sie ihre Lieblingswissenschaft packend präsentieren.

Neben den wunderbaren Beiträgen der Finalist*innen stellen wir euch noch drei weitere Videos vor, die es auf die Favoriten-Liste unserer Jury geschafft haben. Ein clever animiertes Lernformat, Stromspeicherlösungen für die Energiewende und ein hochprofessioneller Kurzfilm über die Wirkung des „gaze“ – diese Videos zeigen, wie kreativ, vielfältig und relevant Wissenschaftskommunikation im Bewegtbild stattfinden kann:

Beyond the Gaze (2025): Media Awareness for Media Inclusivity (For Educational Purposes)

Kanal: Center for Diversity, Media, and Law – DiML

Beyond the Gaze imaginiert, was Medien sein könnten und wie wir sie gestalten können als ein Raum, in dem jede*r einen Platz findet. Der Kurzfilm von Studierenden unter der Leitung von Prof. Greta Olson untersucht, wie „the gaze“ – weiße, kolonialistische, cis-hetero-patriarchale und ableistische Perspektiven in Medien vermittelt wird. Der Film zeigt Methoden auf, um Diskriminierung in Repräsentation, Produktion und Rezeption zu adressieren und macht anhand von Kameraarbeit, Schnitt und Ton sichtbar, wie Medienerfahrungen gesteuert werden. Protagonist*innen mit verschiedenen Perspektiven berichten, wie „the gaze“ sie persönlich beeinflusst hat und wie man Medien genießen kann, ohne bestehende Hierarchien zu naturalisieren.

Für unsere Jury sticht der Beitrag deutlich heraus; er sei höchstprofessionell umgesetzt, wie ein Kurzfilm inszeniert, mega spannend und adressiere ein wichtiges Thema. Die gigantische Produktionsqualität macht Sozialwissenschaften greifbar und relevant.

Strom im Überfluss – und trotzdem droht der Blackout!?

Kanal: OpenFutura

Was passiert, wenn die Sonne untergeht und der Wind sich legt – aber der Strombedarf steigt? Die Energiewende steht und fällt mit der Frage, wie wir erneuerbare Energie speichern können. In seinem Video nimmt Julian Witusch uns mit auf eine Reise durch die Welt der Stromspeicherung: Ob Lithium-Ionen-Batterien, Wasserstoff oder Gravitationsspeicher – alles wird verständlich erklärt, wissenschaftlich fundiert und visuell anschaulich. Für unsere Jury ein super Video: sehr verständlich formuliert, gut illustriert, mit klarer Storyline und vorbildlicher Quellenangabe. Besonders gefällt die Aktivierung der Zuschauer: „Was denkst du? Was könntest du tun?“ Ein aktuelles Thema, das die Herausforderungen der Energiewende greifbar macht.

 

Vom Lern-Muffel zum Lern-Ninja: Eine kurze (Video)-Anleitung zum selbstorganisierten Lernen.

Kanal:

In einer zunehmend digitalisierten Welt wird selbstorganisiertes Lernen immer wichtiger – doch oft wird es nicht konkret vermittelt. In ihrem animierten Comicfilm für 10- bis 14-Jährige zeigt ein vierköpfiges Team, wie Kinder ihre eigenen Lernprozesse steuern können. Ein Kind tauscht sich mit einem wissensreichen Roboter aus und entdeckt mit ihm die Phasen des selbstregulierten Lernens nach Zimmermann – anschaulich, praxisnah und mit konkreten Tipps. Die Künstlerin Solveig Gresselmeyer gestaltet den Comic, während Garvin Brod, Jasmin Breitwieser und Lea Nobbe vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) die wissenschaftliche Expertise einbringen. Für unsere Jury insgesamt gut gemacht und ansprechend animiert: Der Roboter als zentrale Figur funktioniert hervorragend, der Comic-Stil ist cool, die Inhalte klar strukturiert und gut verständlich, dazu kommt eine vorbildliche Quellentransparenz.

Eigentlich dürften wir nicht existieren

Kanal: science_caro

Warum gibt es uns eigentlich? Nach den Regeln der Physik hätten sich Materie und Antimaterie kurz nach dem Urknall vollständig gegenseitig auslöschen müssen – und das Universum wäre leer geblieben. In ihrem animierten Video nimmt Preisträgerin Carolin Malmendier uns mit zu den allerersten Sekunden nach dem Urknall und erklärt, welche physikalischen Prozesse dafür gesorgt haben könnten, dass ein kleiner Überschuss an Materie übrig blieb. Mit klaren Bildern, gutem Storytelling und viel physikalischem Know-how macht sie eines der größten Rätsel des Kosmos greifbar. Für unsere Jury: richtig gut – auch für Nicht-Naturwissenschaftler*innen bestens verständlich, sprachlich gut begleitet und visuell stark umgesetzt.

 

Warum sind Röntgenbilder (immer noch) schwarz-weiß?

Kanal: Dominik John

In dem Beitrag nimmt uns Preisträger Dominik John mit in die faszinierende Welt der medizinischen Bildgebung und geht einer Frage nach, die wir uns vielleicht alle schon mal gestellt haben: Warum sind Röntgenbilder eigentlich immer noch schwarz-weiß? In seinem Video zeigt er, wie neue Technologien und KI-gestützte Bildverarbeitung schon bald beim Röntgen Farbe ins Spiel bringen könnten. Das Ziel: noch mehr Details sichtbar machen und Krankheiten wie Krebs früher erkennen. Fachlich top, anschaulich erklärt und mit spürbarer Begeisterung. Für unsere Jury ein klarer Favorit: sehr gut illustriert, mit klar beschriebenen Anwendungsfeldern und einer fundierten Darstellung der dahinter liegenden Wissenschaft – ein starkes Debüt für seinen jungen Kanal!

_______________________

Hier geht’s zum Überblick über die diesjährigen Preisträger*innen von Fast Forward Science.