Preisverleihung Fast Forward Science 2025 – Rückblick

Ende September fand die 12. Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science ihren feierlichen Abschluss in der Archenhold-Sternwarte der Stiftung Planetarium Berlin. Es ist zwar schon ein Weilchen her, trotzdem möchten wir zum Jahresabschluss mit euch ein paar Impressionen einer wunderbaren Preisverleihung durchstöbern.

Eingeleitet wurde der Abend mit einer historischen Präsentation von Tim Florian Horn, dem Leiter der Stiftung Planetarium Berlin. Denn der Einsteinsaal, in dem die Veranstaltung stattfand, trägt ein historisches Gewicht. Am 02. Juni 1915 präsentierte Albert Einstein in diesem Saal seine Allgemeine Relativitätstheorie erstmals der Öffentlichkeit. Es war für uns von FFS eine große Ehre in diesem Jahr unsere zwölf Preisträger*innen in diesem Saal ehren zu dürfen.

Die Einleitung der Preisverleihung

Nach einer Begrüßung unseres Geschäftsführers Benedikt Fecher, stellte das Moderatorinnen-Duo aus TV-Redakteurin Isabell Geidel und Projektassistenz von Fast Forward Science Cora Schäfer das Programm der Preisverleihung vor. Zuerst sollten die Video-Kategorien verliehen werden, dann die Audio-Kategorien und zu guter Letzt: unser einmaliger Sonderpreis Energie. Jeder Programmpunkt wurde mit jeweils einer besonderen Laudatio eingeleitet. Alle zwölf Preisträger*innen wurden nach ihrer jeweiligen Preisübergabe kurz auf der Bühne interviewt.

Auf unserem Instagram haben sich die Preisträger*innen kürzlich nochmal einzeln vorgestellt. Alle preisgekrönten Beiträge könnt ihr hier auf unserer Website nochmal anschauen und anhören (was wir euch dringend ans Herz legen, falls ihr es noch nicht getan habt :-))! Weitere Infos zu den Preisträger*innen findet ihr auch hier in unserem Blog.

Die Video-Laudatio von Robert Lepenies

Prof. Dr. Robert Lepenies ist Professor für Heterodoxe und Plurale Ökonomik an der Karlshochschule in Karlsruhe. Er forscht zu Umweltpolitik, Nudging, Wirtschaftsethik, den Globalen Nachhaltigkeitszielen und Science-Policy Interfaces, hat aber auch das ein oder andere mal über Wisskomm selbst geforscht. Robert ist mehrjähriges Jury-Mitglied bei Fast Forward Science und führte uns in seiner Laudatio in eine Reise zu den breiten Möglichkeiten des Formats Video als Vermittlung von Forschung. Hier ein Ausschnitt aus Roberts mitreißender Hommage an die Preisträger*innen:

“Videos sind ein starkes Format, um Wissenschaft zu kommunizieren, weil sie uns mitten reinziehen in matschige Wälder, in hell erleuchtete Labore, an den Beginn des Universums, aber auch in blutige Kriminalfälle. Videos, Reels oder Shorts sind für die Wissenschaftskommunikation besonders, weil sie mehrere Ebenen zugleich adressieren: Information, aber auch Inszenierung. Sie verbinden Sprache, Bild, Ton, Rhythmus (…) und sie erklären Experimente nicht nur, sie bauen Vertrauen zu den Personen auf, die uns diese Experimente zeigen. Sie machen Wissenschaft glaubwürdig und greifbar.” 

 

Galerie zur Verleihung der Video-Awards

Im Anschluss trat Anna Held auf die Bühne, seit 2019 hat sie in verschiedenen Rollen beim Stifterverband Projekte im Bereich Innovation, Hochschulpolitik, Future Skills und Open Data in der Forschung begleitet. Seit 2023 koordiniert sie beim Stifterverband die Geschäftsstelle des Deutschen Zukunftspreises. Der Deutsche Zukunftspreis ist der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation. Er besteht seit 1997 und hat die Kategorie Young Scientist Award im Jahr 2020 mit ins Leben gerufen. Wir begrüßten Anna in einer Doppelrolle, einmal um den Deutschen Zukunftspreis zu vertreten und um als Jury-Mitglied von FFS die vier Preisträger*innen des Young Scientist Award zu verkünden.

Gleich danach verlieh das Moderatorinnen-Duo die zwei Preise für den Newcomer-Sonderpreis des Besten Debüt Video.

Die Audio-Laudatio von Maria Lorenz-Bokelberg

Die vier Audio-Preise wurden eingeleitet von einer Laudatio der Podcast-Pionierin Maria Lorenz-Bokelberg. Als Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin der Berliner Podcast-Produktionsfirma Pool Artists, Speakerin und Beraterin gehört sie zu den prägendsten Akteurinnen der deutschen Podcast-Szene. Maria produziert Podcasts seit das Medium erst anfing zu boomen. Pool Artist produziert Formate für große Medienhäuser wie ZEIT ONLINE und die ARD sowie zahlreiche unabhängige Gesprächs-, Reportage- und Audiofeature-Podcasts. Maria setzt sich dafür ein, dass Podcasts mutiger, experimenteller und vielfältiger werden.

In ihrer Laudatio gab sie dem Publikum einen detaillierten Einblick in die faszinierende Arbeit als Jury-Mitglied bei Fast Forward Science und beteuerte die powervolle Kombination des Formats Podcast und der Wissenschaft:

“Audio und Podcast sind wirklich besonders, da wir in diesem Medium, wie kaum in einem anderen, sehr intensiv und konzentriert zuhören, das belegen auch Statistiken. (…) Wenn es einen Bereich gibt, in denen Menschen mal wirklich konzentriert zuhören sollten und der für die Gegenwart und die Zukunft der Erde, der Gesellschaft, unserer Miteinanders und so gut wie jeden Lebensaspekt wichtig ist, dann ist es die Wissenschaft. (…) Die heutigen Preisträger*innen der beiden Audio-Kategorien beweisen auf die beste Weise, dass Podcast und Wissenschaft einen besonderen Bond miteinander haben. “

 

Galerie zur Verleihung der Audio Awards

Die beiden Moderatorinnen übergaben die Preise des Audio Awards und des Besten Debüt Audios an vier eindrucksvolle Podcast-Folgen, die Wissenschaft anschaulich und spannend präsentieren.

 

Die poetische Energie-Laudatio von David Ohse

David Ohse ist Juror beim Sonderpreis Energie. Er hat Astrophysik studiert und arbeitet als Wissenschaftskommunikator sowohl an der Universität Bonn als auch für science 42. Um Wissenschaft zu kommunizieren, probiert er immer wieder neue Formate aus: Vom Physikshow-Musical über Brettspiele bis hin zum immersiven Escape Room. Außerdem ist er ein begeisterter Science Slamer. Sein poetisches Gespür stellte er auch in seiner Energie-Laudatio unter Beweis, in welcher er Fake News ermahnt und die wissenschaftliche Content Creation unsere Preisträger*innen belobigt:

“Energie. Sie umgibt uns, sie durchdringt uns, sie hält unsere Gesellschaft zusammen. (…) Wir schreiben das Jahr 2025. Das ganze Internet ist voll mit Desinformation, irreführenden Kampagnen gegen zukunftsfähige Energielösungen, unwissenschaftliche Beiträge über angebliche Gefahren der Energiewende, voll von Hasskommentaren gegen Forschende, die ihre Forschung publizieren. Das ganze Internet? Nein! Eine Gruppe von unbeugsamen, wissenschaftsaffinen Content-Creators gibt nicht auf und hört nicht auf Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch zu bringen. Denn Wissenschaft entsteht erst im Gespräch.”

Galerie zur Verleihung des Sonderpreis Energie

Zum krönenden Abschluss stand die Preisverleihung unseres Sonderpreis Energie an, der in diesem Jahr einmalig ausgeschrieben wurde. Für den Sonderpreis haben wir kreative, wissenschaftlich fundierte Multimedia-Beiträge gesucht, die sich mit Energie, nachhaltiger Ressourcennutzung und der Transformation unserer Energieversorgung beschäftigen. 

Der Sonderpreis Energie ist durch die MVV Stiftung Zukunft ins Leben gerufen worden. Die gemeinnützige MVV Stiftung Zukunft hat ihren Sitz in Mannheim und setzt sich aktiv für den Übergang zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung ein, beispielsweise durch die Förderung von Bildungsinitiativen, Umweltprojekten und sozialen Innovationen.

Dr. Alina Lara Amann ist Vorstandsmitglied der MVV Stiftung Zukunft. Darüber hinaus leitet Alina Amann die Innovationsabteilung der MVV Energie AG, eines der führenden Energieunternehmen in Deutschland. Nach einer schönen Rede zur Entstehung des Preises verlieh sie die zwei letzten Preise des Abends, wobei Preisträgerin des zweiten Platzes Dr. Eva-Maria Grommes ihren Preis leider nicht persönlich entgegennehmen konnte. Stattdessen sendete sie uns per Video ein paar Grußworte in die Sternwarte.

 

Wir sagen DANKE

Nach einer rundum gelungenen Veranstaltung fand der Abend im Foyer der Archenhold-Sternwarte seinen feierlichen Ausklang mit der 25-jährigen Jubiläumsfeier von Wissenschaft im Dialog!

Unser herzliches Dankeschön geht an Tim Florian Horn für die Möglichkeit, die Preisverleihung und Feier in den Räumen der Sternwarte auszurichten, sowie an Belgin Uzan für die wunderbare Betreuung und Organisation seitens der Stiftung Planetarium Berlin. Ein ganz besonderer Dank gilt unserer 31-köpfigen Jury, die mit großem Engagement – teilweise über mehrere Jahre hinweg – aus so vielen starken Wisskomm-Beiträgen die besten ausgewählt hat. Und natürlich danken wir allen Preisträger*innen für eure beeindruckenden Beiträge zur Wissenschaftskommunikation.

Wir im Fast Forward Science-Team sind noch immer erfüllt von diesem erfolgreichen Abend und freuen uns schon riesig auf die nächste Wettbewerbsrunde, denn sie steht bereits vor der Tür! Im Februar öffnen wir wieder die Tore für eure kreativen Video- und Audio-Beiträge rund um die Wissenschaft. Seid ihr bereit?

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Fotos: Simon Esser

Text: Cora Schäfer

Bestes Debüt Audio – Shortlist

Fast Forward Science 2025 war mit 165 Einreichungen eines unserer beitragsreichsten Jahre. Für das Beste Debüt Audio wurden 41 Beiträge eingereicht. Unsere Jury  hat sich dabei insgesamt über 26 Stunden an Audio-Material angehört! Unter so vielen Hörbeiträgen die besten auszulesen ist nicht einfach.

Die Kategorie BESTES DEBÜT AUDIO zeichnet auch in diesem Jahr wieder wissenschaftsbegeisterte Newcomer*innen im Podcasting aus. Einziges Kriterium: die erste Podcast-Folge des Kanals durfte nicht älter als ein Jahr sein.

Wir stellen euch nun die fünf favorisierten Beiträge unserer Jury des Besten Debüt Audio vor. Neben den zwei preisgekrönten Beiträgen, präsentieren wir euch in dieser Shortlist noch drei weitere Podcast-Folgen, die absolut hörenswert sind. In einer Folge geht es um gruselige Zombie-Parasiten in unserem Gehirn. Ein Beispiel für richtig gutes Storytelling bietet eine Folge über das Verschwinden der 43 Studenten von Ayotzinapa in Mexico. Viel Freude beim Anhören und Eintauchen!

 

Hacker im Hirn: Die gruselige Welt der Zombie-Parasiten!

Podcast: Doctopus: Der Wissenspodcast mit Dora und Dominic

Neuroparasitismus trifft Wissenschaftskommunikation mit Witz und Tiefgang: Diese Podcast -Folge überzeugt durch eine spannende Themenwahl, eine starke inhaltliche Struktur und die angenehm dynamische Art der beiden selbsternannten “Laber-Nerds” Dora und Dominik. Besonders gelungen sind die vielseitigen Perspektiven, die geschickte Einbindung einer Metadiskussion zu Pseudowissenschaft und die sorgfältig gestalteten Shownotes. Ein klassisches Podcast-Format, das durch Persönlichkeit, kluge Aufbereitung und spürbare Begeisterung überzeugt.

 

Mit Polarstern zum arktischen Hausgarten

Podcast: Wellenbrecher Podcast

Zwei sympathische Hosts, ein Herzensthema und ein souverän geführtes Gespräch: Diese Podcast-Folge überzeugt mit Struktur, persönlicher Note und fachlicher Tiefe. Mit hörbarer Begeisterung nehmen Eva und Anabel die Zuhörer*innen mit zum arktischen Observatorium HAUSGARTEN, wo seit 1999 ökologische Veränderungen in der Framstraße erforscht werden. Anschaulich und fesselnd erklären sie die Arbeit an Bord der Polarstern, die jährliche Probenahme und warum Langzeitbeobachtungen wie diese im Klimawandel so wichtig sind.

 

 

Ayotzinapa lebt – ein Podcast über Menschenrechte in Mexiko

Podcast: von Jun.-Prof. Dr. Jenny Augustin (HHU Düsseldorf / Uni Osnabrück)

Mit viel Sorgfalt und klarem erzählerischem Konzept widmet sich dieser Podcast einem schmerzhaften, immer noch aktuellen Thema: dem Verschwinden der 43 Studenten von Ayotzinapa. Die Folge überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Information, Kontext und persönlichem Zugang. Daneben wird die Dynamik mit einer passenden Musik untermalt. Die Gestaltung ist durchdacht und kreativ umgesetzt, für unsere Jury ein gelungenes Beispiel für gut erzählte Wissenschaftskommunikation.

 

 

Der Preis der Treue

Podcast: Unerhörtes Mittelalter: Vormoderne Erzählungen und warum man sie unbedingt kennen sollte

Diese Folge ist eine Seltenheit: Sie bringt mittelalterliche Literatur in die Gegenwart – klug erzählt, zugänglich und mit hörbar viel Liebe fürs Detail. Die Kombination aus erzählerischen Elementen, gezielt eingesetzten Sounds und solider Diskussion ist stimmig und gut aufbereitet. Komplexe Themen wie Treue, Moral und Gewalt werden mit kritischer Haltung beleuchtet, ohne belehrend zu wirken. So entsteht ein Podcast, der zeigt, wie spannend und relevant Mediävistik heute sein kann. Auch (und gerade) für alle, die damit sonst wenig Berührung haben. Natalie und Hans sind Preisträger*innen beim Besten Debüt Audio. 

 

 

Sonic the Hedgehog oder warum wir alle schon einen blauen Igel gesehen haben

Podcast: Wissen hinter den Kulissen

Kann ein Igel wirklich mit Überschallgeschwindigkeit rennen? In dieser Folge trifft Popkultur auf Physik und zwar auf die unterhaltsamste Art. Die drei Hosts Jack Pop, Anne-Dorette Ziems und Henry Holland-Moritz glänzen mit spürbarer Begeisterung, unterhaltsamer Chemie und einem klaren Gespür dafür, wie man Popkultur clever mit Wissenschaft verknüpft. Besonders stark: der durchdachte Aufbau, die liebevoll gestalteten Extras wie Shownotes und Kapiteltrenner und der ganz eigene Ton als Alleinstellungsmerkmal. Ein Debüt, das sich sehen (und hören) lassen kann und einen Preis ergattern konnte beim Besten Debüt Audio! 

Audio Award – Shortlist

Der AUDIO AWARD würdigt interessante, verständliche und zielgruppengerechte Audio-Beiträge, die ganz ohne Bildmaterial auskommen. Für alle, die ihre Wissenschaft hörbar machen.

Fast Forward Science 2025 war mit 165 Einreichungen eines unserer beitragsreichsten Jahre. Für den Audio Award wurden mit Abstand am meisten Beiträge eingereicht! Ganze 83 Einreichungen ist unsere Jury durchgegangen und hat sich dabei insgesamt 86 Stunden an Audio-Material angehört! Da ist es eine beachtliche Leistung unter so vielen Hörbeiträgen die besten auszulesen.

Und hier sind sie nun, die fünf favorisierten Beiträge unserer Audio-Jury! Neben den zwei preisgekrönten Beiträgen, stellen wir euch in dieser Shortlist noch drei weitere Podcast-Folgen vor, die ihr euch unbedingt anhören solltet! Mit dabei sind Fragen rund um die Astralphysik, aufbereitet in einem locker-flockigen Dialog. Eine tiefgründige Folge, die uns mit Feingespür mitnimmt zu Flucht und Vertreibung zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Und eine schöne Reise durch alle Arten von Atmosphären. Viel Spaß beim Durchhören!

 

Biosignatur auf Ozeanwelt K2-18b – lebt da was?

Podcast: AstroGeo – Geschichten aus Astrologie (von Franziska Konitzer & Karl Urban)

Was haben ein roter Zwergstern und ein Wasserstoffmantel mit möglichem Leben im All zu tun? In dieser Folge wird ein komplexes astrophysikalisches Thema in einen angenehm lockeren Dialog verpackt – verständlich, klug und ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Durch die fundierte Recherche, entspannte Gesprächsatmosphäre und den klaren Aufbau entsteht ein spannender Beitrag, der Lust auf mehr macht. Umso schöner ist die Community-Arbeit rund um die Folge, die über den Podcast hinaus geht und zum Weiterdenken einlädt.

 

Emigration und Kriegsflüchtlinge

Podcast: The Ends of War (von der Max Weber Stiftung & Janine Funke)

Diese Folge bleibt im Kopf. Mit viel Feingefühl und klugen Fragen nähern sich die Podcast-Hosts der Erfahrung von Flucht und Vertreibung rund um das Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gespräche mit internationalen Wissenschaftler*innen hören sich nahbar, reflektiert an und eröffnen neue Perspektiven im globalen Kontext. Ein ruhiger, gut aufbereiteter Beitrag, der zeigt, wie persönliches Erzählen und wissenschaftliche Tiefe Hand in Hand gehen können.

 

In Atmosphären

Podcast: Das Luftschloss (von Catrin Altzschner & Martin Frank (Deutsches Hygiene-Museum Dresden))

Diese Folge ist ein Ritt durch die Luftschichten von Kunst, Wissenschaft und Popkultur. Mit viel Witz, Neugier und einem Sinn fürs Überraschende tauchen die Hosts in die Welt der Atmosphären ein – von Algen im All bis zur Biosphäre in der Wüste. Die Mischung aus spannenden Gästen, kreativem Sounddesign und liebevoller Produktion macht richtig Spaß und schafft einen beeindruckend weiten Resonanzraum. Ein Podcast, der klüger macht und die Lust aufs Weiterhören weckt.

 

Die Anfänge

Podcast: Licht durch die Wand – Von Dunkler Materie und hellen Köpfen (von Moritz Löhn & Luca Bradley (siehe Foto))

Ein Laserstrahl, eine Mauer und die große Frage nach dem Unsichtbaren: Diese Podcast-Folge schafft es, ein auf den ersten Blick sperriges Thema wie Dunkle Materie in ein mitreißendes Hörerlebnis zu verwandeln. Mit starker Dramaturgie, tollem Sounddesign und einem klaren roten Faden berichten zwei Studierende der HAW Hamburg vom Experimentieren am DESY und von den Menschen, die hinter der Forschung stehen. Wissenschaft trifft hier auf Neugier und Humor. Eine spannende und professionelle Produktion, die sofort Lust auf mehr macht und deshalb im Rahmen des Audio Award preisgekrönt wird. 

 

Nichts geht ohne Oma und Opa? Großeltern als Care-Ressource in Krisenzeiten

Podcast: Who Cares? Ökonomie und Sorgearbeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Bundesrepublik (von Janine Funke, Hannah Schultes, Gina Fuhrich)

Diese Folge nimmt uns mit auf eine klug erzählte Reise durch die Geschichte von Großvätern als Sorgepersonen – ein Thema, das bisher kaum jemand auf dem Schirm hatte. Mit starken O-Tönen, spannenden Forschungseinblicken und einem guten Gespür für Sound und Storytelling gelingt es den Produzierenden Geschichte lebendig und nahbar zu machen. Der historische Blick bleibt im Fokus, ohne den aktuellen Bezug aus den Augen zu verlieren. Ein Folge, die zeigt, wie überraschend und eindringlich Wissenschaft erzählt werden kann. Hannah, Gina und Janine nehmen dafür sogar einen Preis mit nach Hause. 

Bestes Debüt Video – Shortlist

In der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science hat sich gezeigt wie gut der Einstieg in die Wissenschaftskommunikation gelingen kann! In der Kategorie Bestes Debüt Video durfte die Jury Beiträge bewerten, die durch frische Perspektiven, kreative Ideen und kluge Umsetzungen überzeugt haben, auch wenn die Creator*innen zum ersten Mal vor oder hinter der Kamera standen.

Der Sonderpreis Bestes Debüt Video richtet sich an alle, die ihre wissenschaftlichen Inhalte als Videos auf Social Media teilen und gerade erst damit angefangen haben! Der erste Beitrag des Kanals darf dabei nicht älter als ein Jahr sein. Entscheidend bei der Bewertung ist nicht die technische Perfektion, sondern allein die Fähigkeit, komplexe Themen spannend, verständlich und zielgruppengerecht aufzubereiten.

Neben den tollen Beiträgen der Finalist*innen möchten wir euch noch drei weitere Jury-Favoriten vorstellen, die es auf die Shortlist geschafft haben. Bei Fast Forward Science darf man sich mit dem selben Beitrag für verschiedene Kategorien bewerben, solange die jeweiligen Kriterien zutreffen. Lustigerweise gibt’s daher bei den Jury-Favoriten des Besten Debüts Video einige Dopplungen mit den Favorit*innen anderer Kategorien.  Mit dabei in dieser Shortlist: ein animiertes Video, das eine der größten offenen Fragen der Physik erklärt. Ein kurzweiliges Reel über die Grenzen von Hautpflege-Apps. Ein forensisch-linguistisches Krimi-Experiment. Ein informativer Beitrag über Autoimmunerkrankungen. Und ein kreativer Blick auf die Zukunft der Röntgentechnologie. Fünf ganz unterschiedliche Beiträge als starke Debüts.

Bewertungs-Apps – Sinnvoll oder Quatsch?

Instagram: Scienskin

Helfen Hautpflege-Apps wirklich oder führen sie eher in die Irre? In diesem kompakten Reel zeigt Emily Herbrich auf, warum die isolierte Bewertung einzelner Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten wissenschaftlich oft wenig Sinn ergibt. Besonders gelungen ist für unsere Jury die Einordnung von Fehlinformationen und der differenzierte Blick auf komplexe Formulierungen. Ein inhaltlich starkes Social-Media-Format mit klarem Mehrwert und verständlicher Aufbereitung.

 

Autoimmunerkrankungen: Der Killer im Körper

YouTube: Mimi.Molar

Diabetes, Rheuma oder Schuppenflechte – Autoimmunerkrankungen betreffen Millionen Menschen weltweit, bleiben aber oft unheilbar. In diesem sehr gut recherchierten und detailreichen Beitrag erklärt die Creatorin Dr. Miriam Mulorz verständlich, wie es dazu kommt, dass unser Immunsystem den eigenen Körper angreift, welche Krankheitsbilder es gibt und wie die Wissenschaft an neuen Therapien forscht. Ihre starke Präsenz vor der Kamera, gepaart mit hohem inhaltlichem Anspruch und sichtbarem grafischen Potenzial, machen das Video zu einem ambitionierten Debüt. Ein informativer Beitrag mit viel Tiefe. Miriam ist eine der Preisträger*innen vom Besten Debüt Video. 

 

Linguistik studieren – und dann? Mit Sprache auf Verbrecherjagd

YouTube: Verbzweitstellung

Was nach Krimi klingt, ist echte Wissenschaft: Dieser kreative Kurzbeitrag öffnet das Tor zur forensischen Linguistik – einem spannenden, aber kaum bekannten Forschungsfeld. Anhand eines fiktiven Kriminalfalls wird unterhaltsam und verständlich gezeigt, wie Sprache helfen kann, Verbrechen aufzuklären. Die Mischung aus spielerischem Zugang und sachlicher Tiefe überzeugt, ebenso wie die frische, visuell sehr schöne Umsetzung. Ein kurzweiliges Debüt, das neugierig macht und Lust auf mehr linguistische Detektivarbeit weckt. Hinter dem Beitrag stehen Alicia Hückmann, die an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Fach Deutsch zu Rechtschreibung und ihrer Didaktik promoviert, und Robin Graber, Masterabsolvent in Medienwissenschaften, der aktuell ganz klassisch „irgendwas mit Medien“ bei einer Unternehmensberatung macht. Alicia und Robin sind Preisträger*innen beim Young Scientist Award [short].

 

Eigentlich dürften wir nicht existieren

YouTube: science_caro

Nach allem, was wir über Physik wissen, hätte das Universum direkt nach dem Urknall leer bleiben müssen – Materie und Antimaterie hätten sich gegenseitig ausgelöscht. Warum es trotzdem nicht so kam und weshalb wir heute überhaupt existieren, erklärt dieser technisch und grafisch schön umgesetzte Animationsbeitrag. Komplexe physikalische Prozesse werden von Carolin Malmendier anschaulich und klar vermittelt, mit einem eigenständigen Stil, der sofort ins Auge fällt. Ein rundum überzeugendes Debüt, das Lust auf weiteren Content macht. Carolin Wissenschaftskommunikatorin und Journalistin und gewann mit ihrem Beitrag einen der zwei Preise vom Young Scientist Award [long].

 

Warum sind Röntgenbilder (immer noch) schwarz-weiß?

YouTube: Dominik John

Warum sind Röntgenaufnahmen trotz technischer Fortschritte immer noch schwarz-weiß und wie arbeitet die moderne Forschung daran, das zu ändern? Wie könnten farbliche Röntgendarstellung sogar bei der Früherkennung von Krebs helfen? Ein beeindruckender Beitrag, der mit einem starken Stil und einer klaren inhaltlichen Linie überzeugt. Dominik John setzt die thematische Bandbreite seines Videos kreativ und zugänglich um, sowohl für Fachinteressierte als auch für ein breiteres Publikum. Ein starkes Debüt mit echtem Reichweitenpotential! Dominik sahnt in diesem Jahr mit deinem Beitrag bei Fast Forward Science doppelt ab! Er ist sowohl Preisträger vom Besten Debüt Video als auch vom Young Scientist Award [long]. 

 

 

YOUNG SCIENTIST AWARD [short] – Shortlist

In der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science hatte es die Jury nicht leicht. Die Vielzahl an kreativen, klugen und professionell umgesetzten Videos machte die Entscheidung besonders herausfordernd für sie. Deshalb stellen wir euch hier nochmal ein paar Beiträge vor, die zu den Favorit*innen der Jury gehört haben.

Der Young Scientist Award [short] wird gemeinsam mit dem Deutschen Zukunftspreis vergeben und richtet sich an Studierende, Promovierende und Postdocs (bis sechs Jahre nach der Promotion). Gesucht werden Video-Beiträge unter drei Minuten, in denen Forschung auf anschauliche und spannende Weise möglichst vielen Menschen nähergebracht wird. Egal, ob die Teilnehmenden neu in der Social-Media-Welt sind oder schon zwanzig Videos produziert haben – entscheidend ist, dass sie ihre Lieblingswissenschaft packend präsentieren.

Neben den großartigen Beiträgen der Finalist*innen möchten wir euch drei weitere Jury-Favoriten vorstellen: Ein schnell geschnittenes Physik-Video, das erklärt, warum Forscher*innen am CERN nach „neuer Physik“ jenseits des Standardmodells suchen. Einen faktenstarken Beitrag zur Windrad-Erosion, der mit dem Mythos um Mikroplastik aufräumt und zeigt, warum Windkraftanlagen keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Und ein unterhaltsam erzähltes Video über das „Tradwife“-Phänomen, das kritisch und zugleich augenzwinkernd aufzeigt, wie Geschlechterrollen in sozialen Medien inszeniert werden. Drei Beispiele dafür, wie vielfältig und kreativ Wissenschaftskommunikation sein kann.

Windrad Erosion

Instagram: @energiewende.erklaert

Windräder als Mikroplastik-Schleudern? Diese Behauptung taucht immer wieder in sozialen Medien auf. In ihrem Video geht Eva Maria Grommes dieser These wissenschaftlich auf den Grund und zeigt: Der Abrieb von Rotorblättern ist verschwindend gering und spielt im Vergleich zu anderen Quellen wie Reifen- oder Textilabrieb keine relevante Rolle. Für Mensch und Umwelt entsteht dadurch keine Gefahr – das Gerücht von der „abschmelzenden Windkraftanlage“ ist ein Mythos.

Unsere Jury hob besonders hervor, wie originell und zeitgemäß dieser Beitrag das Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit aufgreift: als direkte Antwort auf ein weit verbreitetes Vorurteil, fundiert erklärt, mit klarem Spannungsbogen und hilfreichen Animationen. Grommes forscht seit vielen Jahren zu Erneuerbaren Energien und leitet heute die Forschungsgruppe Engineering Sustainable Technologies, in der sie Technologieakzeptanz sowie den Transfer von Wissenschaft in die Gesellschaft untersucht.

 

Why are physicists searching for new particles?

Instagram: @neutralina.lu

Was steckt eigentlich hinter dem Standardmodell der Teilchenphysik und warum suchen Forscher*innen weltweit nach „neuer Physik“, die über dieses Modell hinausgeht? Genau darum geht es im Beitrag von Neutralina. In rasantem, zeitgemäßen Stil mit schnellen Schnitten, Animationen und Grafiken erklärt sie komplexe Konzepte so, dass sie auch ohne Vorkenntnisse verständlich werden. Besonders positiv fiel der Jury auf, wie zugänglich das Thema umgesetzt ist und wie stark das Video zur aktiven Auseinandersetzung einlädt.

Neutralina – mit bürgerlichem Namen Lucia Ximena Coll Saravia, eine 27-jährige Doktorandin am DESY – arbeitet im internationalen CMS-Experiment am CERN. Dort forscht sie an den kleinsten Bausteinen des Universums, während sie parallel auf Social Media ihre Begeisterung für Physik teilt und junge Menschen in Lateinamerika für Wissenschaft begeistert.

 

Tradwives: Hausgemachte Butter, Gott und Geschlechterrollen?

Instagram: @sugarkane2003 + @jessicamerkat

Sogenannte Tradwives fluten derzeit die sozialen Medien: Creatorinnen, die sich als traditionelle Haus- und Ehefrauen inszenieren, nutzen Plattformen wie Instagram und TikTok, um ein ideologisch aufgeladenes Bild von Weiblichkeit und Carearbeit zu vermitteln. Im gemeinsamen Reel erklären Jessica Wagner (Geschlechterforscherin an der Universität Bielefeld) und Anna Kira Hippert (Religionswissenschaftlerin an der Ruhr-Universität Bochum), wie diese Accounts traditionelle Geschlechterrollen reproduzieren, welche ästhetischen Mittel sie einsetzen und welche politische Dimension darin steckt. Für unsere Jury ein origineller und hochwertig produzierter Beitrag mit schönem Rollenwechsel – lustig, unterhaltsam und trotzdem informativ. Es werden ein paar Begriffe vorausgesetzt, aber insgesamt ein runder Beitrag, der zeigt, wie gut wissenschaftliche Einordnung auch mit Humor gelingen kann. Für ein Jurymitglied sogar der persönliche Platz 2!

 

Linguistik studieren – und dann? Mit Sprache auf Verbrecherjagd

YouTube: Verbzweitstellung

Was genau macht man eigentlich mit einem Linguistikstudium? Alicia Hückmann und Robin Graber beantworten diese Frage mit einem unterhaltsamen Krimi zur forensischen Linguistik. In dem fiktiven Kriminalfall veranschaulichen sie, wie Sprachwissenschaftler*innen helfen können, Täter zu überführen – etwa durch die Analyse von Drohbriefen oder WhatsApp-Nachrichten. Für unsere Jury ein erfrischender Zugang zur Linguistik: mal was anderes und Neues, mit zugänglichem Storytelling und überraschend gut gestaltet. Der Beitrag macht ein Nischenthema der angewandten Linguistik greifbar, spannend und relevant und öffnet die Tür in ein wenig bekanntes Forschungsfeld. Hinter dem Beitrag stehen Alicia Hückmann, die an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Fach Deutsch zu Rechtschreibung und ihrer Didaktik promoviert, und Robin Graber, Masterabsolvent in Medienwissenschaften, der aktuell ganz klassisch „irgendwas mit Medien“ bei einer Unternehmensberatung macht.

 

Habitatfragmentierung

Instagram: Umwelt verstehen

Große, unzerschnittene Lebensräume sind in unserer heutigen Landschaft eine Seltenheit geworden. Doch was bedeutet diese zunehmende Zersplitterung, die sogenannte “Habitatfragmentierung” für die Artenvielfalt? Merle Stoltenberg, Bachelorstudentin der Geographie mit botanischem Schwerpunkt an der CAU Kiel, geht dieser Frage in ihrem Instagram-Reel auf den Grund. Sie erklärt, wie es zur Fragmentierung kommt, welche Folgen das für Tiere und Pflanzen hat und welche Strategien dabei helfen können, langfristige Schäden abzumildern.

Für unsere Jury ein sehr gelungener Beitrag: cool gedreht, anschaulich animiert und verständlich erklärt. Besonders überzeugend sind die klare Quellentransparenz, die Ruhe ohne an Spannungsbogen zu verlieren sowie der Call-to-Action am Ende, der das Publikum direkt einbindet. Mit Verweisen auf weiterführende Studien zeigt Merle wissenschaftliche Tiefe und macht Ökologie auf Instagram kurzweilig und greifbar. Ein gelungenes Wisskomm-Format, das definitiv mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte!

YOUNG SCIENTIST AWARD [long] – Shortlist

In der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science fiel unserer Jury die Entscheidung besonders schwer – so viele spannende, kreative und gut gemachte Videos haben sie beeindruckt!

Der Young Scientist Award long wird gemeinsam mit dem Deutschen Zukunftspreis vergeben und richtet sich an Studierende, Promovierende und Postdocs (bis sechs Jahre nach der Promotion). Gesucht werden Video-Beiträge über drei Minuten, in denen Forschung auf anschauliche und spannende Weise möglichst vielen Menschen nähergebracht wird. Egal, ob die Teilnehmenden neu in der Social-Media-Welt sind oder schon zwanzig Videos produziert haben – entscheidend ist, dass sie ihre Lieblingswissenschaft packend präsentieren.

Neben den wunderbaren Beiträgen der Finalist*innen stellen wir euch noch drei weitere Videos vor, die es auf die Favoriten-Liste unserer Jury geschafft haben. Ein clever animiertes Lernformat, Stromspeicherlösungen für die Energiewende und ein hochprofessioneller Kurzfilm über die Wirkung des „gaze“ – diese Videos zeigen, wie kreativ, vielfältig und relevant Wissenschaftskommunikation im Bewegtbild stattfinden kann:

Beyond the Gaze (2025): Media Awareness for Media Inclusivity (For Educational Purposes)

Kanal: Center for Diversity, Media, and Law – DiML

Beyond the Gaze imaginiert, was Medien sein könnten und wie wir sie gestalten können als ein Raum, in dem jede*r einen Platz findet. Der Kurzfilm von Studierenden unter der Leitung von Prof. Greta Olson untersucht, wie „the gaze“ – weiße, kolonialistische, cis-hetero-patriarchale und ableistische Perspektiven in Medien vermittelt wird. Der Film zeigt Methoden auf, um Diskriminierung in Repräsentation, Produktion und Rezeption zu adressieren und macht anhand von Kameraarbeit, Schnitt und Ton sichtbar, wie Medienerfahrungen gesteuert werden. Protagonist*innen mit verschiedenen Perspektiven berichten, wie „the gaze“ sie persönlich beeinflusst hat und wie man Medien genießen kann, ohne bestehende Hierarchien zu naturalisieren.

Für unsere Jury sticht der Beitrag deutlich heraus; er sei höchstprofessionell umgesetzt, wie ein Kurzfilm inszeniert, mega spannend und adressiere ein wichtiges Thema. Die gigantische Produktionsqualität macht Sozialwissenschaften greifbar und relevant.

Strom im Überfluss – und trotzdem droht der Blackout!?

Kanal: OpenFutura

Was passiert, wenn die Sonne untergeht und der Wind sich legt – aber der Strombedarf steigt? Die Energiewende steht und fällt mit der Frage, wie wir erneuerbare Energie speichern können. In seinem Video nimmt Julian Witusch uns mit auf eine Reise durch die Welt der Stromspeicherung: Ob Lithium-Ionen-Batterien, Wasserstoff oder Gravitationsspeicher – alles wird verständlich erklärt, wissenschaftlich fundiert und visuell anschaulich. Für unsere Jury ein super Video: sehr verständlich formuliert, gut illustriert, mit klarer Storyline und vorbildlicher Quellenangabe. Besonders gefällt die Aktivierung der Zuschauer: „Was denkst du? Was könntest du tun?“ Ein aktuelles Thema, das die Herausforderungen der Energiewende greifbar macht.

 

Vom Lern-Muffel zum Lern-Ninja: Eine kurze (Video)-Anleitung zum selbstorganisierten Lernen.

Kanal:

In einer zunehmend digitalisierten Welt wird selbstorganisiertes Lernen immer wichtiger – doch oft wird es nicht konkret vermittelt. In ihrem animierten Comicfilm für 10- bis 14-Jährige zeigt ein vierköpfiges Team, wie Kinder ihre eigenen Lernprozesse steuern können. Ein Kind tauscht sich mit einem wissensreichen Roboter aus und entdeckt mit ihm die Phasen des selbstregulierten Lernens nach Zimmermann – anschaulich, praxisnah und mit konkreten Tipps. Die Künstlerin Solveig Gresselmeyer gestaltet den Comic, während Garvin Brod, Jasmin Breitwieser und Lea Nobbe vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) die wissenschaftliche Expertise einbringen. Für unsere Jury insgesamt gut gemacht und ansprechend animiert: Der Roboter als zentrale Figur funktioniert hervorragend, der Comic-Stil ist cool, die Inhalte klar strukturiert und gut verständlich, dazu kommt eine vorbildliche Quellentransparenz.

Eigentlich dürften wir nicht existieren

Kanal: science_caro

Warum gibt es uns eigentlich? Nach den Regeln der Physik hätten sich Materie und Antimaterie kurz nach dem Urknall vollständig gegenseitig auslöschen müssen – und das Universum wäre leer geblieben. In ihrem animierten Video nimmt Preisträgerin Carolin Malmendier uns mit zu den allerersten Sekunden nach dem Urknall und erklärt, welche physikalischen Prozesse dafür gesorgt haben könnten, dass ein kleiner Überschuss an Materie übrig blieb. Mit klaren Bildern, gutem Storytelling und viel physikalischem Know-how macht sie eines der größten Rätsel des Kosmos greifbar. Für unsere Jury: richtig gut – auch für Nicht-Naturwissenschaftler*innen bestens verständlich, sprachlich gut begleitet und visuell stark umgesetzt.

 

Warum sind Röntgenbilder (immer noch) schwarz-weiß?

Kanal: Dominik John

In dem Beitrag nimmt uns Preisträger Dominik John mit in die faszinierende Welt der medizinischen Bildgebung und geht einer Frage nach, die wir uns vielleicht alle schon mal gestellt haben: Warum sind Röntgenbilder eigentlich immer noch schwarz-weiß? In seinem Video zeigt er, wie neue Technologien und KI-gestützte Bildverarbeitung schon bald beim Röntgen Farbe ins Spiel bringen könnten. Das Ziel: noch mehr Details sichtbar machen und Krankheiten wie Krebs früher erkennen. Fachlich top, anschaulich erklärt und mit spürbarer Begeisterung. Für unsere Jury ein klarer Favorit: sehr gut illustriert, mit klar beschriebenen Anwendungsfeldern und einer fundierten Darstellung der dahinter liegenden Wissenschaft – ein starkes Debüt für seinen jungen Kanal!

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Hier geht’s zum Überblick über die diesjährigen Preisträger*innen von Fast Forward Science.

Warum du für Wisskomm kein Budget brauchst

Du hast ein Herzensthema aus der Wissenschaft, das du in die Welt tragen willst – aber dir fehlen Kamera, Mikro und Studio? Keine Sorge: Du musst dein Sparkonto nicht leer räumen, es gibt viele Möglichkeiten auch mit kleinem Budget coole Inhalte zu produzieren. 

Egal ob du Reels, TikToks, ein tiefgründiges YouTube-Video oder ein packendes Audio-Feature produzieren möchtest, die erste Frage lautet oft: Was möchte ich erzählen, und wie? Und danach: Wo soll ich das produzieren?

Klar ist: Wissenschaft lebt davon, geteilt zu werden. Es wäre schade, wenn gute Ideen an fehlender Technik oder räumlichen Bedingungen scheitern. Dabei gibt es Orte, an denen du kostengünstig und manchmal sogar mit professioneller Unterstützung hochwertigen Content erstellen kannst. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du mit Makerspaces und Co. kreativ und unbefangen mit deiner Wisskomm durchstarten kannst!

 

Im Makerspace wird gemacht – günstig und kreativ 

Im Makerspace wird gemacht, wie der Name schon sagt! Und zwar alles mögliche. Ein Makerspace ist im Prinzip ein offener, kreativitätsfördernder Arbeitsraum, in dem Menschen Zugang zu Werkzeugen, Technik, Maschinen und Know-how bekommen. Und das ist gerade für junge Forschende niederschwellig, zugänglich und kostengünstig. Die Idee dahinter ist das gemeinsame Lernen, Experimentieren oder eben Selbermachen. Dabei gibt es völlig verschiedene Schwerpunkte  – von handwerklichen Fähigkeiten wie Nähen und Holzarbeit, über 3D-Druck zu Coding. Die Räumlichkeiten sind häufig in Schulen, Universitäten, Bibliotheken oder Coworking-Spaces angesiedelt. Also genau da, wo viele Menschen zum Lernen und Arbeiten  zusammenkommen. Makerspaces machen es möglich, eigene Ideen mit kleinem Budget und gemeinschaftlichen Support umzusetzen. 

Es gibt natürlich auch Makerspaces, die sich auf  Audio-, Video- oder Medienproduktion spezialisiert haben – oder bestimmte Elemente integrieren. Man findet sie unter den Begriffen “Media Lab”, “Creative Hub” oder “Open Studio”. Ziel ist es, eine offene Atmosphäre zu schaffen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Medien und Technik zu fördern. Diese Räumlichkeiten beispielsweise mit einem akustisch gedämmten Tonstudio oder Video-Equipment ausgestattet. Teils finden sich dort sogar Schnitttools mit leistungsstarken Rechnern und zahlungspflichtigen Programmen wie Adobe Premiere Pro oder DaVinci Resolve. 

Das Schöne: Es gibt sie fast überall in Deutschland! Hier findest du eine Deutschlandkarte mit Makerspaces. Nach unserer Recherche gibt es allerdings noch weitere, die nicht auf dieser Karte angezeigt werden. Schau am besten selbst, was deine Stadt so an Open Studios zu bieten hat.

 

Das Digital Makerspace des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bietet am Zentrum für Mediales Lernen (ZML) für Studierende und KIT-Mitarbeitende einen digitalen Makerspace an! Dort gibt es mehrere professionell ausgestattete Produktionsstudios für Videos und Podcasts. Durch das zugehörige Beratungs- und Unterstützungsprogramm des ZML können gemeinsam Ideen und Konzepte umgesetzt werden. 

 

Offene Kanäle – Offen für deine Ideen und Raum für deinen Content 

Neben Makerspaces gibt es in Deutschland eine wichtige, oft unterschätzte Institution im Rundfunksystem: die Bürger*innenmedien. Als sogenannte „dritte Säule“ ergänzen sie das System aus öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk und sichern damit den in Artikel 5 des Grundgesetzes verankerten Anspruch auf freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit und unzensierten Zugang zu Informationen.

In Offenen Kanälen gestalten Bürger*innen das Radio- und TV-Programm selbst. Die Beiträge und Sendungen sind divers, frei, unzensiert und individuell. Bürgermedien bieten Raum für gesellschaftlichen Diskurs, ermöglichen Teilhabe und bringen das kulturelle Leben vor Ort auf Bildschirme und Lautsprecher. Das Beste: Jede*r kann sich einbringen, Themen setzen und Aufmerksamkeit für eigene Herzensanliegen schaffen – dazu gehört natürlich auch die Wissenschaftskommunikation. Offene Kanäle bieten neben der Sendezeit auch die nötige Infrastruktur: Moderne Produktionstechnik, Studios und Bildungsangebote stehen kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung. So wird die Medienproduktion zum Werkzeug für Demokratie, Vielfalt und Sichtbarkeit vor Ort.  

Dabei kannst du auch deine Medienkompetenz durch “Learning by doing” stärken. Offene Kanäle arbeiten nicht kommerziell und sind fest in die lokalen Vereine, Verbände, Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft verankert.
Eine Übersichtskarte über Offene Kanäle findet ihr beim Bundesverband Bürgermedien

 

Weitere Optionen günstig zu produzieren

Wie schon erwähnt, bieten auch viele Universitäten und Bibliotheken Makerspaces an. Wenn du studierst und deine Uni einen medialen Studiengang anbietet, dann gibt es dort häufig einen kostenfreien Verleih für multimediales Equipment. Manchmal muss man vorher einen Kurs belegen, um zu zeigen, dass man mit dem Equipment gut umgehen kann. Auch Bibliotheken verleihen gelegentlich mehr als nur Bücher. Es lohnt sich also, bei deiner Lieblings-Bib nachzufragen! 

 

Deine Idee zählt – nicht dein Budget!

Ob im Makerspace um die Ecke oder über den Offenen Kanal deiner Stadt, wenn du in die Wissenschaftskommunikation einsteigst, musst du nicht zwangsläufig auf Profi-Equipment sparen. Die vielen offenen Räume und Angebote zeigen, dass Medienproduktion für alle zugänglich sein kann. Sind Kamera und Mikro schon startklar? Dann nichts wie los, deine Wisskomm-Story wartet darauf, erzählt zu werden!

 

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Text: Cora Schäfer

Redaktion: Anna Henschel

Das sind die Gewinnervideos 2020

21.500 Euro für die 12 besten Wissenschafts-Webvideos: Die Gewinner*innen des 8. Wettbewerbs von Fast Forward Science stehen fest. Nach ausführlichster Sichtung, Prüfung und Bewertung der diesjährig 152 eingereichten Webvideos und 18 Instagram-Stories hat die Jury entschieden – und ihr habt fleißig beim Community Award mitgewählt. Leicht haben es uns die Einreichenden die Entscheidung wie immer nicht gemacht: Sie haben uns viel Material, prall gefüllt mit spannender Wissenschaft, sorgfältig recherchierten Fakten und – wie jedes Jahr – verblüffenden Erkenntnissen geschickt.

Es gab in insgesamt drei Kategorien Preise zu holen: SUBSTANZ bringt komplexeste Forschung auf den Punkt, SCITAINMENT ist bunt und auch mal weniger ernst, VISION fragt nach der Zukunft. Darüber hinaus wurden drei Spezialpreise und ein Sonderpreis vergeben: Der Young Scientists Award für Nachwuchsforschende, der Community Award, der Super Fast Preis, bei dem statt eines Videos Instagram-Stories eingereicht werden konnten, sowie ein Sonderpreis für Freischaffende. Verliehen wurden die Preise am 13. November in einem Livestream aus dem Klimahaus in Bremen. Finanziell ermöglicht wurde die Preisverleihung von der Veranstaltungsförderung der Wirtschaftsförderung Bremen.

Unabhängig von Gewinn oder Kategorie überzeugten die Videos schon wegen ihrer großen thematischen Vielfalt – von Corona bis Universum. Was hilft besser gegen Coronaviren? Händewaschen oder Desinfektion? Wieso verdienen Frauen immer noch weniger als Männer und was hat das am Ende mit Rente zu tun? Wie können wir als Gesellschaft den Veränderungen durch den Klimawandel begegnen? Was ist Endometriose? Wie gefährdet sind unsere Wälder durch den Borkenkäfer und warum sind Menschen so anfällig für Fake News? Diese und noch viele weitere Fragen und Themen werden in den Videos gestellt, aber vor allem sind sie kurzweilig, spannend verpackt und wissenschaftlich genau beantwortet.

Neugierig? Schaut euch die Videos – falls ihr das nicht ohnehin schon getan habt – doch einfach an. Hier ist die offizielle Liste mit den Kategorien und den jeweiligen Gewinnervideos. Herzliche Glückwunsche an die ScienceTuber*innen und euch viel Spaß beim Schauen! Alle Gewinnervideos findet ihr gesammelt in unserer Playlist.

 

>> Kategorie SUBSTANZ

[Hier geht es um die inhaltliche Tiefe der Videos.]

  1. Platz: 26% weniger Rente für Frauen: die (späte) Rache vom Gender Pay Gap |Johannes v. Streit, Jan Malvin Brinkmann, „GLS Gemeinschaftsbank eG“, Andrea Peschke | YouTube-Kanal: Wahn & Sinn | Berlin | 3.000 € Preisgeld

Auf den Gender Pay Gap folgt der Gender Pension Gap: Die Tatsache also, dass Frauen ebenso wie im Arbeitsleben auch in der Rente weniger Geld bekommen als Männer. Woran das liegt, erklärt der ehemalige Bänker und heutige YouTuber Johannes von Wahn & Sinn und präsentiert zum Schluss noch Lösungsansätze für das Problem.

  1. Platz: InSight – Mission zum Mars | Léon Frey, Kerstin Fankhauser, Dr. Ulrike Kastrup, Dr. Gillian Grün, Dr. Silke Ballmer | YouTube-Kanal: focusTerra ETH Zürich| Zürich/CH| 2.000 € Preisgeld

Der Mars wird auch als „roter Planet“ bezeichnet, was zumindest ein wenig Aufschluss über seine Oberfläche liefert. Doch wie sieht es in seinem Inneren aus? Léon von focusTerra nimmt seine Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf die NASA-Sonde InSight. Sie ist 2018 zu ihrer Mission zum Mars gestartet und erforscht genau das. Dabei erfährt man etwas über Marsbeben und was diese über die Entstehung unseres Sonnensystems verraten.

  1. Platz: Ist dieser Schleimpilz ohne Gehirn intelligent? | Cedric Engels & Marian Knittler | YouTube-Kanal: Doktor Whatson | Köln| 1.000 € Preisgeld

Braucht man ein Gehirn, um intelligent zu sein? Diese Frage stellt sich Cedric Engels alias Doktor Whatson am Beispiel eines Schleimpilzes, der Entscheidungen treffen oder Probleme lösen kann und sogar ein Erinnerungsvermögen hat. Dabei zeigt er, was Stadtplanerinnen und Stadtplaner von einem Lebewesen ohne Arme, Beine oder Gehirn alles lernen können.

 

>> Kategorie SCITAINMENT

[Hier steht der Unterhaltungswert der Videos im Vordergrund.]

  1. Platz: Bester Corona-Schutz: Seife oder Desinfektion? | Marlene Heckl | YouTube-Kanal: DoktorWissen | München | 3.000 € Preisgeld

Händewaschen mit Seife oder doch lieber Handdesinfektionsmittel? Was schützt besser vor Corona-Viren? Mit Humor und Verstand erklärt ScienceTuberin Marlene Heckl, wie und warum man mit Seife und Desinfektionsmittel Viren ganz einfach den Kampf ansagen kann.

2. Platz: Das Universum ist viel größer, als du glaubst | Marius Angeschrien | YouTube-Kanal: Marius Angeschrien | Münster| 2.000 € Preisgeld

Wie lange bräuchte man mit dem Auto zum Mond? Oder zum deutlich weiter entfernten Jupiter? Und wie sieht es außerhalb unseres Sonnensystems aus? Marius Angeschrien erklärt anschaulich, wie riesig das Universum tatsächlich ist und wie klein der Bereich ist, den wir Menschen einsehen können.

  1. Platz: Broken-Heart-Syndrom: So gefährlich ist Schlussmachen | Florence Randrianarisoa | YouTube-Kanal: Dr. FLOJO | Köln| 1.000 € Preisgeld

An einem gebrochenen Herzen sterben – das gibt’s doch nur in schnulzigen Filmen, oder? Florence Randrianarisoa erklärt als Dr. FLOJO, warum man bei Liebeskummer oder Verlust tatsächlich mit einem gebrochenen Herzen im Krankenhaus landen kann und was es mit dem sogenannten Broken-Heart-Syndrom auf sich hat.

 

>> Kategorie VISION

[Hier treten Videos an, die eine eigene Vision der Zukunft entwickeln.]

  1. Platz: Können wir uns an den Klimawandel anpassen?| Jacob Beautemps | YouTube-Kanal: Breaking Lab | Köln | 3.000 € Preisgeld

Der Klimawandel kommt bestimmt – das ist für Jacob Beautemps von Breaking Lab klar und daher nimmt er seine Zuschauerinnen und Zuschauer mit in die Welt der Climate Change Adaptation: Eine Wissenschaft, die sich damit auseinandersetzt, wie wir uns in Zukunft an Auswirkungen des Klimawandels anpassen könnten.

  1. Platz: Die besten Reiseziele auf dem Mars!| Tim Julian Ruster | YouTube-Kanal: Astro-Comics TV | Köln | 2.000 € Preisgeld

Der Olympus Mons ist der größte Vulkan in unserem Sonnensystem und ganze drei Mal so hoch wie der Mount Everest. Den könnte man schon bald besuchen – und zwar auf dem Mars! Tim Ruster von Astro-Comics TV stellt die besten Reiseziele des roten Planeten vor und gibt einen Einblick, wie der interplanetare Tourismus der Zukunft aussehen könnte.

  1. Platz: Elektromobilität akribisch analysiert – Deutschlands Drama mit Elektroautos | Sophia Transistor | YouTube-Kanal: transistor | Aachen| 1.000 € Preisgeld

Als rasende Reporterin auf dem Fahrrad nimmt Sophia Transistor ihre Zuschauerinnen und Zuschauer mit in die Welt der Elektromobilität. Dabei leitet sie geschickt durch die Debatte der letzten zehn Jahre, erklärt die unterschiedlichen Positionen zum Thema und versorgt einen obendrein mit einer Menge verständlicher Daten und Fakten.

 

Spezialpreis Young Scientist Award

[ Hier wird das beste Webvideo einer/eines Nachwuchsforschenden ausgezeichnet.]

Starke Perioden, stechender Schmerz und niemand, der dir zuhört? Könntest du Endometriose haben? | Magda Marečková | YouTube-Kanal: Magda Marečková | Oxford/GB | 1.000 € Preisgeld

Eine Krankheit, die ebenso häufig vorkommt wie Diabetes, aber von der kaum jemand etwas gehört hat. Gibt es sowas? Magda Marečková forscht zu Endometriose, einer Krankheit, die 190 Millionen Frauen weltweit betrifft. Diese ist mit starken Schmerzen verbunden, aber bisher kaum erforscht. Was es damit auf sich hat, wie der aktuelle Forschungsstand ist und wie Endometriose das Leben von Betroffenen verändert, erklärt sie in ihrem Video.

 

Spezialpreis Community Award

[Hier gewinnt der Publikumsliebling.]

Das Universum ist viel größer, als du glaubst | Marius Angeschrien | YouTube-Kanal: Marius Angeschrien | Münster| 1.000 € Preisgeld

Nicht nur die Jury hat sich von Marius Angeschriens Ausführungen zu den unendlichen Weiten unseres Weltalls mitreißen lassen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer haben ihn zum Publikumsliebling erwählt und zusätzlich mit dem Community Award ausgezeichnet.

 

Spezialpreis Super Fast

[24-Stunden-Instagram-Challenge]

Ansteckend: Borkenkäfer schädigen den Wald | Tobias Brügmann | Instagram-Kanal: tobiology.de | Hamburg| 1.000 € Preisgeld

Tobias Brügmann von tobiology.de erkundet in seiner Instagram-Story eine höchst ansteckende Krankheit, die sogar tödlich enden kann – aber nicht für Menschen, sondern für Bäume! Die Rede ist vom Borkenkäfer. Während der Live-Story konnten Zuschauerinnen und Zuschauer Quiz-Fragen zum Thema beantworten und die kleinen Lebewesen erst in ihrem natürlichen Lebensraum und dann in der Petrischale herumkrabbeln sehen.

 

Sonderpreis für Freischaffende

Achtung: Höchst Ansteckend! Falschinformationen während der Infodemie | Stina Börchers | Instagram-Kanal: stina.biologista | Göteborg/SE| 500 € Preisgeld

Bist du schon mal auf Fake News reingefallen? Mit dieser Frage eröffnet Sciencefluencerin stina.biologista ihre Instagram-Story zu Fake News während der Corona-Pandemie. 60 Prozent ihrer Zuschauerinnen und Zuschauer antworten mit „Ja“. Sie erklärt, warum der Mensch so anfällig für Fake News ist, wie Falschnachrichten funktionieren, wer sie am meisten teilt und was man tun kann, um ihnen in Zukunft nicht mehr auf den Leim zu gehen.

#VoteNow – Bester Corona-Schutz: Seife oder Desinfektion

Wie schützen wir uns am besten vor Viren? Reicht Händewaschen aus um uns vor Viren zu schützen oder braucht es Desinfektionsmittel? In ihrem Finalistenvideo in der Kategorie SCITAINMENT geht Marlene Heckl vom YouTube-Kanal DoktorWissen dieser Frage auf den Grund.

 

Kurzbeschreibung

Händewaschen mit Seife oder doch lieber Handdesinfektionsmittel? Was schützt besser vor Corona-Viren?ScienceTuberin Marlene Heckl klärt mit Humor und Verstand.

 

Wer steckt hinter dem Video? 

Eine junge Ärztin, Forscherin, Wissenschaftsjournalistin, YouTuberin, Bloggerin und kreatives-Chaos-Anhängerin.

 

Warum sind Webvideos toll für die Wissenschaft?

Weil sie es schaffen, auch komplizierte Themen schnell und einfach besonders an junge Leute zu vermitteln. Gerade jetzt in der Corona-Zeit, in der viele andere Formate der Wissensvermittlung weggefallen sind, sieht man, dass Online-Formate wie YouTube-Videos einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten können.

 

Was hat dich daran gereizt ein Webvideo zu machen?

Mir hat es schon immer wahnsinnig viel Spaß gemacht, medizinisch-wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln. Immer wieder neue Themen zu entdecken, bei denen man sich denkt „Oh wow! Das müsste ich mal der Welt erzählen“. Und dann findet man sich plötzlich eines Tages am Schreibtisch wieder, schreibt ein Skript nach dem anderen, nimmt die Handykamera in die Hand und produziert ein Wissenschaftsvideo.

 

Deine Empfehlung für angehende Science Tuber?

Traut euch! Fragt eure Lieblings-YouTuber gerne auch mal um Rat, wie sie mit Herausforderungen umgegangen sind, denn damit seid ihr nicht alleine und jeder hat mal klein angefangen. Und dann ab an die Kamera und los geht’s.

 

Online-Voting für den Community Award

Das Video ist eines von 18 Finalistenvideos. Alle Finalisten kämpfen vom 28. September bis zum 25. Oktober 2020 um eure Bewertungen. Das Video mit den meisten Sternchen gewinnt den Community Award. Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick. #VoteNow

#VoteNow – Können wir uns an den Klimawandel anpassen?

Der Klimawandel scheint kaum noch aufhaltbar. Welche Möglichkeiten haben wir uns an ein Leben mit Klimakatastrophen und deren Folgen anzupassen? Das hat Jacob Beautemps vom YouTube-Kanal BreakingLab versucht in seinem Finalistenvideo in der Kategorie VISION herauszufinden.

 

Kurzbeschreibung

In diesem Video habe ich mit intensiv damit beschäftigt, wie wir uns auf das vorbereiten können, was uns blüht, wenn wir den Klimawandel nicht entscheidend aufhalten – Hungersnöte, Überschwemmungen und weitere Naturkatastrophen. Mittlerweile gibt es dazu eine eigene Forschungsrichtung: Climate Change Adaption. Ich habe mit Wissenschaftler*innen über den derzeitigen Forschungsstand und besonders vielversprechende Technologien gesprochen und gelernt, dass die Technologie der Zukunft vermutlich viele Bedrohungen mildern können wird. Trotzdem war Tenor der Expert*innen klar: Wir werden nur überleben, wenn wir schon jetzt daran arbeiten, dass die Wucht des Klimawandels nicht so groß wird, wie viele es gerade befürchten.

 

Wer steckt hinter dem Video?

Ich bin Jacob, 26 Jahre alt und Science-YouTuber. Zurzeit mache ich meinen Doktor am Institut für Physikdidaktik der Uni Köln. Ich forsche dort zu der Frage, wie man am besten Lerninhalte über YouTube-Videos vermitteln kann. Mein eigener Kanal Breaking Lab stellt gewissermaßen eine wissenschaftliche Spielwiese für mich dar. Hier kann ich verschiedene Ansätze ausprobieren und mir direkt Feedback von der Community einholen und das machen, was ich liebe – coole Science-Videos kostenlos für alle!

 

Warum sind Webvideos toll für die Wissenschaft?

Vier von fünf Schüler*innen nutzen YouTube-Videos, um Inhalte aus dem Unterricht zu wiederholen. Mehr als 60% nutzen YouTube täglich. Wissenschaft kann mit Webvideos also die Menschen dort abholen, wo sie sich wirklich aufhalten. So wird Wissenschaft niedrigschwellig erfahrbar. Gut recherchierte und produzierte wissenschaftliche Webvideos unterstützen dabei, den hohen Wert der Wissenschaft in der Gesellschaft zu untermauern und sie so gegen Fake-News und Pseudowissenschaften zu verteidigen.

 

Was hat dich daran gereizt ein Webvideo zu machen?

Ich war schon immer affin für Filme und habe erst mal mit eigenen Kurzfilmen angefangen. Meine Frustration über das veraltete Bildungssystem und fehlendes spektakuläres Lehrmaterial hat mich dann zu YouTube gebracht. Ich liebe, dass man direktes Feedback von der Community bekommt und gewissermaßen gemeinsam lernt und weiterkommt. Nur so schaffen wir es, Wissenschaft breiter aufzustellen und leichter erfahrbar zu machen.

 

Deine Empfehlung für angehende Science Tuber?

Wie entsteht ein gutes Science Video? Genau zu diesem Thema habe ich selber eine Studie mit 5000 Teilnehmer*innen durchgeführt und daraus 17 Regeln abgeleitet, die angehenden ScienceTubern dabei helfen könnten, gute Videos zu produzieren: „So geht YouTube“. Außerdem empfehle ich, sich eine gute Organisations- und Produktionsstruktur aufzubauen, da man schnell und regelmäßig produzieren sollte, wenn der Kanal wachsen soll.

 

Online-Voting für den Community Award

Das Video ist eines von 18 Finalistenvideos. Alle Finalisten kämpfen vom 28. September bis zum 25. Oktober 2020 um eure Bewertungen. Das Video mit den meisten Sternchen gewinnt den Community Award. Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick. #VoteNow

#VoteNow – 26% weniger Rente für Frauen: die (späte) Rache vom Gender Pay Gap

26% weniger Rente für Frauen: die (späte) Rache vom Gender Pay Gap

Vor allem Frauen leiden oft unter Altersarmut. Ein Grund dieser Altersarmut sind die Folgen des Gender Pay Gap. Wie der sogenannte Gender Pension Gap entsteht und wie er gelöst werden könnte, erfahrt ihr im Finalistenvideo in der Kategorie SUBSTANZ von Wahn & Sinn.

Kurzbeschreibung

Vermutlich sind wir uns eigentlich alle darüber einig, dass die gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden sollte. Trotzdem gibt es immer noch eine strukturelle Benachteiligung von Frauen im Job: Sie verdienen durchschnittlich deutlich weniger. Und was das ganze wird in der Rente sogar noch krasser.

Während das Phänomen vom Gender Pay Gap inzwischen vielen Menschen ein Begriff ist und mit dem Equal Pay Day sogar einen eigenen “Feiertag” hat, wissen die wenigsten von den dramatischen Spätfolgen. Denn in der Rente werden Frauen nochmal zusätzlich für den geringen Lohn bestraft und bekommen durchschnittlich ein Viertel weniger Rente ausgezahlt als Männer. Dieses Phänomen wird Gender Pension Gap genannt und in diesem Video geht es darum, wie es dazu kommt und was dagegen getan werden könnte. Denn Altersarmut bei Frauen sollte nicht der Standard sein.

Wer steckt hinter dem Video?

Auf dem Kanal Wahn & Sinn beschäftige ich mich mit wirtschaftlichen Zusammenhängen und beantworte all die Fragen dazu, die in der Schule leider nicht behandelt werden. Bei der Konzeption und Produktion werde ich dabei von dem freien Regisseur Jan Malvin Brinkmann unterstützt, den ich schon aus Schulzeiten kenne. Der Kanal wird von der sozial-ökologischen GLS Bank ermöglicht und ist inhaltlich unabhängig.

Warum sind Webvideos toll für die Wissenschaft?

Wissenschaft alleine reicht nicht aus, um die Gesellschaft besser zu machen. Nein, die Erkenntnisse müssen die Menschen auch erreichen. Webvideos tun genau das. Deshalb lohnt es sich, den aktuellen Stand der Wissenschaft auf Augenhöhe zu vermitteln.

Was hat dich daran gereizt ein Webvideo zu machen?

Das Thema Wirtschaft hat mich schon immer sehr interessiert, nur leider gab es auf YouTube nicht die Videos, die ich mir selbst zu diesem Thema gewünscht hättee. Denn ich wollte nicht lernen, wie man möglichst schnell reich wird, sondern wirklich die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen. So ist die Idee gereift, die Inhalte, die ich mir wünsche, einfach selbst zu produzieren und daraus wurde schließlich der Kanal Wahn & Sinn.

Deine Empfehlung für angehende Science YouTuber?

Habt keine Scheu nach Unterstützung zu Fragen, tauscht euch mit anderen YouTubern aus, habt Spaß am Medium und Mut Dinge auszuprobieren, Durchhaltevermögen und Regelmäßigkeit.

 

Online-Voting für den Community Award

Das Video ist eines von 18 Finalistenvideos. Alle Finalisten kämpfen vom 28. September bis zum 25. Oktober 2020 um eure Bewertungen. Das Video mit den meisten Sternchen gewinnt den Community Award. Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick. #VoteNow

#VoteNow – So berechnet sich der Nutri-Score

Bei BYTEthinks dreht sich in seinem Finalistenvideo der Kategorie Scitainment alles um den Nährwert der heiß und fettig geliebten Tiefkühlpizzen.

 

Kurzbeschreibung

Ernährung wird immer wichtiger in Deutschland, da immer mehr Menschen übergewichtig sind. 2017 waren es bereits 52,7 %. Gegen das Übergewicht und für eine gute Ernährung soll der sogenannte „Nutri-Score“ eingesetzt werden, der Nahrungsmittel von A (gut) bis E (schlecht) kategorisiert. 

Im Video erkläre ich, was hinter dem Score steckt und wie er berechnet wird. Vor allem beleuchte ich kritisch, ob der Nutri-Score denn etwas bewirken kann und zeige die Vor- und Nachteile auf. Ganz nebenbei leite ich noch die Formel für das Volumen einer Pizza her und kläre endlich die Frage: Welche Pizza ist denn nun „gesund“ (nach dem Nutri Score)?!

Wer steckt hinter dem Video?

Ich bin eigentlich Informatiker, interessiere mich aber für Bildung und Wissenschaft. In meiner Freizeit betreibe ich daher meinen Wissens-YouTube Kanal BYTEthinks und auf Twitch Informatik-Streams unter gleichem Namen.

Warum sind Webvideos toll für die Wissenschaft?

Diese Videos schaffen es Erkenntnisse und Wissen aus Wissenschaft audiovisuell und auf unterhaltsame Weise (vor allem jüngeren) Personen nahe zu bringen, denen sonst diese Welt eher fremd wäre. Denn: Wissenschaft ist nicht langweilig, sondern spannend! Und das kann man den Zuschauern mitteilen! Wichtig dabei ist Humor, nachweisbare Quellen (bei mir in den Untertiteln) und eine offene Diskussion in den Kommentaren. 

Was hat dich daran gereizt ein Webvideo zu machen?

Webvideos auf YouTube können ein unfassbar großes Publikum erreichen. Das ermöglicht mir, meinen Wunsch „Für Bildung zu begeistern!“ zu erfüllen. Gerade durch Memes, Gags und dem Zeichnen kann man ein abwechslungsreiches Video gestalten, um das wichtigstes zum Thema rüber zu bringen.

Damit bin ich Wissens-YouTuber und (vor allem) nach einer Pause endlich wieder zurück!

Deine Empfehlung für angehende Science YouTuber?

Der Kanal „Norio“. Ein sehr engagierter YouTuber mit viel Liebe zum eigenen „Animations“-Detail – und das neben seinem Studium.

 

Online-Voting für den Community Award

Das Video ist eines von 18 Finalistenvideos. Alle Finalisten kämpfen vom 28. September bis zum 25. Oktober 2020 um eure Bewertungen. Das Video mit den meisten Sternchen gewinnt den Community Award. Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick. #VoteNow