Sonderpreis Energie – Shortlist der Jury

Wie lassen sich die Herausforderungen und Chancen der Energiewende verständlich und greifbar machen? Unser Sonderpreis Energie möchte Wisskomm rund um eine zukunftsfähige Energiewende hervorheben. Gesucht werden kreative, wissenschaftlich fundierte Multimedia-Beiträge, die sich mit Energie, nachhaltiger Ressourcennutzung und der Transformation unserer Energieversorgung beschäftigen. Ob Video, Podcast, Social-Media-Kampagne, interaktive Anwendung oder künstlerisches Format – alles ist bei dieser Kategorie erlaubt, solange es online verfügbar ist. Partner des Sonderpreises Energie ist die MVV Stiftung Zukunft.

Und die neue Kategorie kam gut an! 36 Beiträge verschiedener Formate wurden bei Fast Forward Science 2025 für den Sonderpreis Energie eingereicht. Darunter hat unsere Energie-Jury fünf Favorit*innen gekürt. Neben den zwei preisgekrönten Beiträgen zum Ende des Blogs möchten wir euch noch drei weitere höchst sehens- und hörenswerte Beiträge präsentieren. Thematisch geht es viel um Strom! In einem abwechslungsreichen Video wird sich gefragt “wie viel Strom frisst eigentlich was und warum?”. Ein weiterer origineller Beitrag geht dem Mythos des Strompreis-Ausreißers vom 01. Juli 2024 nach. In einem Podcast treffen Wissenschaft und Politik aufeinander – ein Treffen, welches nach unserer Jury viel häufiger in der Wissenschaftskommunikation vorkommen könnte. Und los geht’s mit der Shortlist des Sonderpreises Energie:

 

YouTube: FÄKT

In dem Beitrag vom Kanal FÄKT wird ein Thema beleuchtet, das selten im Fokus steht: der enorme Energieverbrauch von Smartphones, Streaming und KI. Im Video erfahren wir wie Rechenzentren, Unterseekabel und Server unsere digitale Welt am Laufen halten und dabei gewaltige Mengen Strom benötigen. Auch überraschende Vergleiche, etwa zwischen Gaming, Fernsehen und KI-Bildgenerierung, machen die Dimensionen greifbar. Die Jury würdigt die gelungene Umsetzung: cool animiert, schnell geschnitten, nie langweilig und zugleich nahbar. In nur sechs Minuten schafft das Video eine kompakte, aber tiefgehende Einordnung, die Wissen vermittelt und das Bewusstsein für die Folgen unseres digitalen Konsums schärft.

 

 

Strompreise: 2-3€ pro kWh in DE & 0 in FR – Die verrückte Wahrheit dahinter!

YouTube: Andreas Schmitz (Der Akku Doktor)

Andreas Schmitz, der selbsternannte Akku Doktor, erklärt in diesem Beitrag den Strompreis-Ausreißer vom 1. Juli 2024 verständlich und unterhaltsam – vom IT-Fehler bis zu den Mechanismen des Stromhandels. Der Beitrag wurde unterstützt vom Fraunhofer ISE. Die Jury lobt den Kanal für seine große Reichweite, die technische Qualität, den klaren Auftrag und das gesellschaftliche Engagement. Besonders positiv fallen der eigene Stil, die strukturierte Aufbereitung des Themas sowie die gelungene Interaktion mit der Community auf. Zwar ist die Sprache teils zu flapsig, doch genau das macht den Kanal nahbar und unverwechselbar.

 

 

Brauchen wir Carbon Capture and Storage?

Podcast: WuPiG – “Wissenschaft und Politik im Gespräch”

In dieser Folge des Podcasts #WuPiG – Wissenschaft und Politik im Gespräch geht es um die Chancen und Risiken der CO₂-Speicherung. Atmosphärenwissenschaftler Mark Lawrence (Ko-Direktor des RIFS) diskutiert mit Politikerin Anja Weisgerber über Technik, Potenzial und Akzeptanz. Die Jury lobt das direkte Aufeinandertreffen von Politik und Wissenschaft, die spannende Themenwahl sowie die klare Moderation von Julia Vismann, die den Dialog strukturiert und gut hörbar macht. Wir haben hier einen Podcast, der überzeugt und als klarer Favorit hervortritt.

 

 

Atomstrom aus dem Ausland

Instagram: energiewende.erklaert / Dr. Eva-Maria Grommes

Dr. Eva-Maria Grommes Foto: Dominik Flohr

In einem differenzierten Beitrag erklärt Eva-Maria Grommes, warum Stromimporte aus dem Ausland – inklusive französischem Atomstrom – kein Grund zur Sorge sind. Sie erläutert den europäischen Strommarkt, Marktmechanismen, Preisdynamiken und warum Importe manchmal sinnvoll sind. Ihr Beitrag bietet eine faktenreiche Einordnung, räumt mit Mythen auf und zeigt gleichzeitig, wie der Ausbau der Erneuerbaren für langfristige Unabhängigkeit sorgt. Fundiert, verständlich, konstruktiv. Der Beitrag stach hervor, sodass Eva-Maria einen der zwei Preise ergattern konnte vom Sonderpreis Energie.

 

 

Deutschland spart überraschend 7 % Wasser ein – Nebeneffekt des Atomausstiegs

YouTube: Patrick Niedermayer

Patrick Niedermayer

Patrick zeigt eine wenig bekannte, aber sehr ermutigende Entwicklung: Durch den Atomausstieg ist der Wasserverbrauch in Deutschland deutlich gesunken – ein positiver Nebeneffekt der Umstellung auf erneuerbare Energien, die weniger Kühlwasser brauchen. Er vermittelt diese News mit einer persönlichen, optimistischen Erzählweise, transparenter Quellenlage und starker visueller Umsetzung. Sein Kanal liefert regelmäßig solche „Happen Hoffnung“ – faktenbasiert und motivierend. Mit seinem Beitrag nimmt Patrick einen Preis mit nach Hause vom Sonderpreis Energie.

Bestes Debüt Audio – Shortlist

Fast Forward Science 2025 war mit 165 Einreichungen eines unserer beitragsreichsten Jahre. Für das Beste Debüt Audio wurden 41 Beiträge eingereicht. Unsere Jury  hat sich dabei insgesamt über 26 Stunden an Audio-Material angehört! Unter so vielen Hörbeiträgen die besten auszulesen ist nicht einfach.

Die Kategorie BESTES DEBÜT AUDIO zeichnet auch in diesem Jahr wieder wissenschaftsbegeisterte Newcomer*innen im Podcasting aus. Einziges Kriterium: die erste Podcast-Folge des Kanals durfte nicht älter als ein Jahr sein.

Wir stellen euch nun die fünf favorisierten Beiträge unserer Jury des Besten Debüt Audio vor. Neben den zwei preisgekrönten Beiträgen, präsentieren wir euch in dieser Shortlist noch drei weitere Podcast-Folgen, die absolut hörenswert sind. In einer Folge geht es um gruselige Zombie-Parasiten in unserem Gehirn. Ein Beispiel für richtig gutes Storytelling bietet eine Folge über das Verschwinden der 43 Studenten von Ayotzinapa in Mexico. Viel Freude beim Anhören und Eintauchen!

 

Hacker im Hirn: Die gruselige Welt der Zombie-Parasiten!

Podcast: Doctopus: Der Wissenspodcast mit Dora und Dominic

Neuroparasitismus trifft Wissenschaftskommunikation mit Witz und Tiefgang: Diese Podcast -Folge überzeugt durch eine spannende Themenwahl, eine starke inhaltliche Struktur und die angenehm dynamische Art der beiden selbsternannten “Laber-Nerds” Dora und Dominik. Besonders gelungen sind die vielseitigen Perspektiven, die geschickte Einbindung einer Metadiskussion zu Pseudowissenschaft und die sorgfältig gestalteten Shownotes. Ein klassisches Podcast-Format, das durch Persönlichkeit, kluge Aufbereitung und spürbare Begeisterung überzeugt.

 

Mit Polarstern zum arktischen Hausgarten

Podcast: Wellenbrecher Podcast

Zwei sympathische Hosts, ein Herzensthema und ein souverän geführtes Gespräch: Diese Podcast-Folge überzeugt mit Struktur, persönlicher Note und fachlicher Tiefe. Mit hörbarer Begeisterung nehmen Eva und Anabel die Zuhörer*innen mit zum arktischen Observatorium HAUSGARTEN, wo seit 1999 ökologische Veränderungen in der Framstraße erforscht werden. Anschaulich und fesselnd erklären sie die Arbeit an Bord der Polarstern, die jährliche Probenahme und warum Langzeitbeobachtungen wie diese im Klimawandel so wichtig sind.

 

 

Ayotzinapa lebt – ein Podcast über Menschenrechte in Mexiko

Podcast: von Jun.-Prof. Dr. Jenny Augustin (HHU Düsseldorf / Uni Osnabrück)

Mit viel Sorgfalt und klarem erzählerischem Konzept widmet sich dieser Podcast einem schmerzhaften, immer noch aktuellen Thema: dem Verschwinden der 43 Studenten von Ayotzinapa. Die Folge überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Information, Kontext und persönlichem Zugang. Daneben wird die Dynamik mit einer passenden Musik untermalt. Die Gestaltung ist durchdacht und kreativ umgesetzt, für unsere Jury ein gelungenes Beispiel für gut erzählte Wissenschaftskommunikation.

 

 

Der Preis der Treue

Podcast: Unerhörtes Mittelalter: Vormoderne Erzählungen und warum man sie unbedingt kennen sollte

Diese Folge ist eine Seltenheit: Sie bringt mittelalterliche Literatur in die Gegenwart – klug erzählt, zugänglich und mit hörbar viel Liebe fürs Detail. Die Kombination aus erzählerischen Elementen, gezielt eingesetzten Sounds und solider Diskussion ist stimmig und gut aufbereitet. Komplexe Themen wie Treue, Moral und Gewalt werden mit kritischer Haltung beleuchtet, ohne belehrend zu wirken. So entsteht ein Podcast, der zeigt, wie spannend und relevant Mediävistik heute sein kann. Auch (und gerade) für alle, die damit sonst wenig Berührung haben. Natalie und Hans sind Preisträger*innen beim Besten Debüt Audio. 

 

 

Sonic the Hedgehog oder warum wir alle schon einen blauen Igel gesehen haben

Podcast: Wissen hinter den Kulissen

Kann ein Igel wirklich mit Überschallgeschwindigkeit rennen? In dieser Folge trifft Popkultur auf Physik und zwar auf die unterhaltsamste Art. Die drei Hosts Jack Pop, Anne-Dorette Ziems und Henry Holland-Moritz glänzen mit spürbarer Begeisterung, unterhaltsamer Chemie und einem klaren Gespür dafür, wie man Popkultur clever mit Wissenschaft verknüpft. Besonders stark: der durchdachte Aufbau, die liebevoll gestalteten Extras wie Shownotes und Kapiteltrenner und der ganz eigene Ton als Alleinstellungsmerkmal. Ein Debüt, das sich sehen (und hören) lassen kann und einen Preis ergattern konnte beim Besten Debüt Audio! 

Audio Award – Shortlist

Der AUDIO AWARD würdigt interessante, verständliche und zielgruppengerechte Audio-Beiträge, die ganz ohne Bildmaterial auskommen. Für alle, die ihre Wissenschaft hörbar machen.

Fast Forward Science 2025 war mit 165 Einreichungen eines unserer beitragsreichsten Jahre. Für den Audio Award wurden mit Abstand am meisten Beiträge eingereicht! Ganze 83 Einreichungen ist unsere Jury durchgegangen und hat sich dabei insgesamt 86 Stunden an Audio-Material angehört! Da ist es eine beachtliche Leistung unter so vielen Hörbeiträgen die besten auszulesen.

Und hier sind sie nun, die fünf favorisierten Beiträge unserer Audio-Jury! Neben den zwei preisgekrönten Beiträgen, stellen wir euch in dieser Shortlist noch drei weitere Podcast-Folgen vor, die ihr euch unbedingt anhören solltet! Mit dabei sind Fragen rund um die Astralphysik, aufbereitet in einem locker-flockigen Dialog. Eine tiefgründige Folge, die uns mit Feingespür mitnimmt zu Flucht und Vertreibung zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Und eine schöne Reise durch alle Arten von Atmosphären. Viel Spaß beim Durchhören!

 

Biosignatur auf Ozeanwelt K2-18b – lebt da was?

Podcast: AstroGeo – Geschichten aus Astrologie (von Franziska Konitzer & Karl Urban)

Was haben ein roter Zwergstern und ein Wasserstoffmantel mit möglichem Leben im All zu tun? In dieser Folge wird ein komplexes astrophysikalisches Thema in einen angenehm lockeren Dialog verpackt – verständlich, klug und ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Durch die fundierte Recherche, entspannte Gesprächsatmosphäre und den klaren Aufbau entsteht ein spannender Beitrag, der Lust auf mehr macht. Umso schöner ist die Community-Arbeit rund um die Folge, die über den Podcast hinaus geht und zum Weiterdenken einlädt.

 

Emigration und Kriegsflüchtlinge

Podcast: The Ends of War (von der Max Weber Stiftung & Janine Funke)

Diese Folge bleibt im Kopf. Mit viel Feingefühl und klugen Fragen nähern sich die Podcast-Hosts der Erfahrung von Flucht und Vertreibung rund um das Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gespräche mit internationalen Wissenschaftler*innen hören sich nahbar, reflektiert an und eröffnen neue Perspektiven im globalen Kontext. Ein ruhiger, gut aufbereiteter Beitrag, der zeigt, wie persönliches Erzählen und wissenschaftliche Tiefe Hand in Hand gehen können.

 

In Atmosphären

Podcast: Das Luftschloss (von Catrin Altzschner & Martin Frank (Deutsches Hygiene-Museum Dresden))

Diese Folge ist ein Ritt durch die Luftschichten von Kunst, Wissenschaft und Popkultur. Mit viel Witz, Neugier und einem Sinn fürs Überraschende tauchen die Hosts in die Welt der Atmosphären ein – von Algen im All bis zur Biosphäre in der Wüste. Die Mischung aus spannenden Gästen, kreativem Sounddesign und liebevoller Produktion macht richtig Spaß und schafft einen beeindruckend weiten Resonanzraum. Ein Podcast, der klüger macht und die Lust aufs Weiterhören weckt.

 

Die Anfänge

Podcast: Licht durch die Wand – Von Dunkler Materie und hellen Köpfen (von Moritz Löhn & Luca Bradley (siehe Foto))

Ein Laserstrahl, eine Mauer und die große Frage nach dem Unsichtbaren: Diese Podcast-Folge schafft es, ein auf den ersten Blick sperriges Thema wie Dunkle Materie in ein mitreißendes Hörerlebnis zu verwandeln. Mit starker Dramaturgie, tollem Sounddesign und einem klaren roten Faden berichten zwei Studierende der HAW Hamburg vom Experimentieren am DESY und von den Menschen, die hinter der Forschung stehen. Wissenschaft trifft hier auf Neugier und Humor. Eine spannende und professionelle Produktion, die sofort Lust auf mehr macht und deshalb im Rahmen des Audio Award preisgekrönt wird. 

 

Nichts geht ohne Oma und Opa? Großeltern als Care-Ressource in Krisenzeiten

Podcast: Who Cares? Ökonomie und Sorgearbeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Bundesrepublik (von Janine Funke, Hannah Schultes, Gina Fuhrich)

Diese Folge nimmt uns mit auf eine klug erzählte Reise durch die Geschichte von Großvätern als Sorgepersonen – ein Thema, das bisher kaum jemand auf dem Schirm hatte. Mit starken O-Tönen, spannenden Forschungseinblicken und einem guten Gespür für Sound und Storytelling gelingt es den Produzierenden Geschichte lebendig und nahbar zu machen. Der historische Blick bleibt im Fokus, ohne den aktuellen Bezug aus den Augen zu verlieren. Ein Folge, die zeigt, wie überraschend und eindringlich Wissenschaft erzählt werden kann. Hannah, Gina und Janine nehmen dafür sogar einen Preis mit nach Hause. 

Bestes Debüt Video – Shortlist

In der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science hat sich gezeigt wie gut der Einstieg in die Wissenschaftskommunikation gelingen kann! In der Kategorie Bestes Debüt Video durfte die Jury Beiträge bewerten, die durch frische Perspektiven, kreative Ideen und kluge Umsetzungen überzeugt haben, auch wenn die Creator*innen zum ersten Mal vor oder hinter der Kamera standen.

Der Sonderpreis Bestes Debüt Video richtet sich an alle, die ihre wissenschaftlichen Inhalte als Videos auf Social Media teilen und gerade erst damit angefangen haben! Der erste Beitrag des Kanals darf dabei nicht älter als ein Jahr sein. Entscheidend bei der Bewertung ist nicht die technische Perfektion, sondern allein die Fähigkeit, komplexe Themen spannend, verständlich und zielgruppengerecht aufzubereiten.

Neben den tollen Beiträgen der Finalist*innen möchten wir euch noch drei weitere Jury-Favoriten vorstellen, die es auf die Shortlist geschafft haben. Bei Fast Forward Science darf man sich mit dem selben Beitrag für verschiedene Kategorien bewerben, solange die jeweiligen Kriterien zutreffen. Lustigerweise gibt’s daher bei den Jury-Favoriten des Besten Debüts Video einige Dopplungen mit den Favorit*innen anderer Kategorien.  Mit dabei in dieser Shortlist: ein animiertes Video, das eine der größten offenen Fragen der Physik erklärt. Ein kurzweiliges Reel über die Grenzen von Hautpflege-Apps. Ein forensisch-linguistisches Krimi-Experiment. Ein informativer Beitrag über Autoimmunerkrankungen. Und ein kreativer Blick auf die Zukunft der Röntgentechnologie. Fünf ganz unterschiedliche Beiträge als starke Debüts.

Bewertungs-Apps – Sinnvoll oder Quatsch?

Instagram: Scienskin

Helfen Hautpflege-Apps wirklich oder führen sie eher in die Irre? In diesem kompakten Reel zeigt Emily Herbrich auf, warum die isolierte Bewertung einzelner Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten wissenschaftlich oft wenig Sinn ergibt. Besonders gelungen ist für unsere Jury die Einordnung von Fehlinformationen und der differenzierte Blick auf komplexe Formulierungen. Ein inhaltlich starkes Social-Media-Format mit klarem Mehrwert und verständlicher Aufbereitung.

 

Autoimmunerkrankungen: Der Killer im Körper

YouTube: Mimi.Molar

Diabetes, Rheuma oder Schuppenflechte – Autoimmunerkrankungen betreffen Millionen Menschen weltweit, bleiben aber oft unheilbar. In diesem sehr gut recherchierten und detailreichen Beitrag erklärt die Creatorin Dr. Miriam Mulorz verständlich, wie es dazu kommt, dass unser Immunsystem den eigenen Körper angreift, welche Krankheitsbilder es gibt und wie die Wissenschaft an neuen Therapien forscht. Ihre starke Präsenz vor der Kamera, gepaart mit hohem inhaltlichem Anspruch und sichtbarem grafischen Potenzial, machen das Video zu einem ambitionierten Debüt. Ein informativer Beitrag mit viel Tiefe. Miriam ist eine der Preisträger*innen vom Besten Debüt Video. 

 

Linguistik studieren – und dann? Mit Sprache auf Verbrecherjagd

YouTube: Verbzweitstellung

Was nach Krimi klingt, ist echte Wissenschaft: Dieser kreative Kurzbeitrag öffnet das Tor zur forensischen Linguistik – einem spannenden, aber kaum bekannten Forschungsfeld. Anhand eines fiktiven Kriminalfalls wird unterhaltsam und verständlich gezeigt, wie Sprache helfen kann, Verbrechen aufzuklären. Die Mischung aus spielerischem Zugang und sachlicher Tiefe überzeugt, ebenso wie die frische, visuell sehr schöne Umsetzung. Ein kurzweiliges Debüt, das neugierig macht und Lust auf mehr linguistische Detektivarbeit weckt. Hinter dem Beitrag stehen Alicia Hückmann, die an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Fach Deutsch zu Rechtschreibung und ihrer Didaktik promoviert, und Robin Graber, Masterabsolvent in Medienwissenschaften, der aktuell ganz klassisch „irgendwas mit Medien“ bei einer Unternehmensberatung macht. Alicia und Robin sind Preisträger*innen beim Young Scientist Award [short].

 

Eigentlich dürften wir nicht existieren

YouTube: science_caro

Nach allem, was wir über Physik wissen, hätte das Universum direkt nach dem Urknall leer bleiben müssen – Materie und Antimaterie hätten sich gegenseitig ausgelöscht. Warum es trotzdem nicht so kam und weshalb wir heute überhaupt existieren, erklärt dieser technisch und grafisch schön umgesetzte Animationsbeitrag. Komplexe physikalische Prozesse werden von Carolin Malmendier anschaulich und klar vermittelt, mit einem eigenständigen Stil, der sofort ins Auge fällt. Ein rundum überzeugendes Debüt, das Lust auf weiteren Content macht. Carolin Wissenschaftskommunikatorin und Journalistin und gewann mit ihrem Beitrag einen der zwei Preise vom Young Scientist Award [long].

 

Warum sind Röntgenbilder (immer noch) schwarz-weiß?

YouTube: Dominik John

Warum sind Röntgenaufnahmen trotz technischer Fortschritte immer noch schwarz-weiß und wie arbeitet die moderne Forschung daran, das zu ändern? Wie könnten farbliche Röntgendarstellung sogar bei der Früherkennung von Krebs helfen? Ein beeindruckender Beitrag, der mit einem starken Stil und einer klaren inhaltlichen Linie überzeugt. Dominik John setzt die thematische Bandbreite seines Videos kreativ und zugänglich um, sowohl für Fachinteressierte als auch für ein breiteres Publikum. Ein starkes Debüt mit echtem Reichweitenpotential! Dominik sahnt in diesem Jahr mit deinem Beitrag bei Fast Forward Science doppelt ab! Er ist sowohl Preisträger vom Besten Debüt Video als auch vom Young Scientist Award [long]. 

 

 

YOUNG SCIENTIST AWARD [short] – Shortlist

In der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Fast Forward Science hatte es die Jury nicht leicht. Die Vielzahl an kreativen, klugen und professionell umgesetzten Videos machte die Entscheidung besonders herausfordernd für sie. Deshalb stellen wir euch hier nochmal ein paar Beiträge vor, die zu den Favorit*innen der Jury gehört haben.

Der Young Scientist Award [short] wird gemeinsam mit dem Deutschen Zukunftspreis vergeben und richtet sich an Studierende, Promovierende und Postdocs (bis sechs Jahre nach der Promotion). Gesucht werden Video-Beiträge unter drei Minuten, in denen Forschung auf anschauliche und spannende Weise möglichst vielen Menschen nähergebracht wird. Egal, ob die Teilnehmenden neu in der Social-Media-Welt sind oder schon zwanzig Videos produziert haben – entscheidend ist, dass sie ihre Lieblingswissenschaft packend präsentieren.

Neben den großartigen Beiträgen der Finalist*innen möchten wir euch drei weitere Jury-Favoriten vorstellen: Ein schnell geschnittenes Physik-Video, das erklärt, warum Forscher*innen am CERN nach „neuer Physik“ jenseits des Standardmodells suchen. Einen faktenstarken Beitrag zur Windrad-Erosion, der mit dem Mythos um Mikroplastik aufräumt und zeigt, warum Windkraftanlagen keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Und ein unterhaltsam erzähltes Video über das „Tradwife“-Phänomen, das kritisch und zugleich augenzwinkernd aufzeigt, wie Geschlechterrollen in sozialen Medien inszeniert werden. Drei Beispiele dafür, wie vielfältig und kreativ Wissenschaftskommunikation sein kann.

Windrad Erosion

Instagram: @energiewende.erklaert

Windräder als Mikroplastik-Schleudern? Diese Behauptung taucht immer wieder in sozialen Medien auf. In ihrem Video geht Eva Maria Grommes dieser These wissenschaftlich auf den Grund und zeigt: Der Abrieb von Rotorblättern ist verschwindend gering und spielt im Vergleich zu anderen Quellen wie Reifen- oder Textilabrieb keine relevante Rolle. Für Mensch und Umwelt entsteht dadurch keine Gefahr – das Gerücht von der „abschmelzenden Windkraftanlage“ ist ein Mythos.

Unsere Jury hob besonders hervor, wie originell und zeitgemäß dieser Beitrag das Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit aufgreift: als direkte Antwort auf ein weit verbreitetes Vorurteil, fundiert erklärt, mit klarem Spannungsbogen und hilfreichen Animationen. Grommes forscht seit vielen Jahren zu Erneuerbaren Energien und leitet heute die Forschungsgruppe Engineering Sustainable Technologies, in der sie Technologieakzeptanz sowie den Transfer von Wissenschaft in die Gesellschaft untersucht.

 

Why are physicists searching for new particles?

Instagram: @neutralina.lu

Was steckt eigentlich hinter dem Standardmodell der Teilchenphysik und warum suchen Forscher*innen weltweit nach „neuer Physik“, die über dieses Modell hinausgeht? Genau darum geht es im Beitrag von Neutralina. In rasantem, zeitgemäßen Stil mit schnellen Schnitten, Animationen und Grafiken erklärt sie komplexe Konzepte so, dass sie auch ohne Vorkenntnisse verständlich werden. Besonders positiv fiel der Jury auf, wie zugänglich das Thema umgesetzt ist und wie stark das Video zur aktiven Auseinandersetzung einlädt.

Neutralina – mit bürgerlichem Namen Lucia Ximena Coll Saravia, eine 27-jährige Doktorandin am DESY – arbeitet im internationalen CMS-Experiment am CERN. Dort forscht sie an den kleinsten Bausteinen des Universums, während sie parallel auf Social Media ihre Begeisterung für Physik teilt und junge Menschen in Lateinamerika für Wissenschaft begeistert.

 

Tradwives: Hausgemachte Butter, Gott und Geschlechterrollen?

Instagram: @sugarkane2003 + @jessicamerkat

Sogenannte Tradwives fluten derzeit die sozialen Medien: Creatorinnen, die sich als traditionelle Haus- und Ehefrauen inszenieren, nutzen Plattformen wie Instagram und TikTok, um ein ideologisch aufgeladenes Bild von Weiblichkeit und Carearbeit zu vermitteln. Im gemeinsamen Reel erklären Jessica Wagner (Geschlechterforscherin an der Universität Bielefeld) und Anna Kira Hippert (Religionswissenschaftlerin an der Ruhr-Universität Bochum), wie diese Accounts traditionelle Geschlechterrollen reproduzieren, welche ästhetischen Mittel sie einsetzen und welche politische Dimension darin steckt. Für unsere Jury ein origineller und hochwertig produzierter Beitrag mit schönem Rollenwechsel – lustig, unterhaltsam und trotzdem informativ. Es werden ein paar Begriffe vorausgesetzt, aber insgesamt ein runder Beitrag, der zeigt, wie gut wissenschaftliche Einordnung auch mit Humor gelingen kann. Für ein Jurymitglied sogar der persönliche Platz 2!

 

Linguistik studieren – und dann? Mit Sprache auf Verbrecherjagd

YouTube: Verbzweitstellung

Was genau macht man eigentlich mit einem Linguistikstudium? Alicia Hückmann und Robin Graber beantworten diese Frage mit einem unterhaltsamen Krimi zur forensischen Linguistik. In dem fiktiven Kriminalfall veranschaulichen sie, wie Sprachwissenschaftler*innen helfen können, Täter zu überführen – etwa durch die Analyse von Drohbriefen oder WhatsApp-Nachrichten. Für unsere Jury ein erfrischender Zugang zur Linguistik: mal was anderes und Neues, mit zugänglichem Storytelling und überraschend gut gestaltet. Der Beitrag macht ein Nischenthema der angewandten Linguistik greifbar, spannend und relevant und öffnet die Tür in ein wenig bekanntes Forschungsfeld. Hinter dem Beitrag stehen Alicia Hückmann, die an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Fach Deutsch zu Rechtschreibung und ihrer Didaktik promoviert, und Robin Graber, Masterabsolvent in Medienwissenschaften, der aktuell ganz klassisch „irgendwas mit Medien“ bei einer Unternehmensberatung macht.

 

Habitatfragmentierung

Instagram: Umwelt verstehen

Große, unzerschnittene Lebensräume sind in unserer heutigen Landschaft eine Seltenheit geworden. Doch was bedeutet diese zunehmende Zersplitterung, die sogenannte “Habitatfragmentierung” für die Artenvielfalt? Merle Stoltenberg, Bachelorstudentin der Geographie mit botanischem Schwerpunkt an der CAU Kiel, geht dieser Frage in ihrem Instagram-Reel auf den Grund. Sie erklärt, wie es zur Fragmentierung kommt, welche Folgen das für Tiere und Pflanzen hat und welche Strategien dabei helfen können, langfristige Schäden abzumildern.

Für unsere Jury ein sehr gelungener Beitrag: cool gedreht, anschaulich animiert und verständlich erklärt. Besonders überzeugend sind die klare Quellentransparenz, die Ruhe ohne an Spannungsbogen zu verlieren sowie der Call-to-Action am Ende, der das Publikum direkt einbindet. Mit Verweisen auf weiterführende Studien zeigt Merle wissenschaftliche Tiefe und macht Ökologie auf Instagram kurzweilig und greifbar. Ein gelungenes Wisskomm-Format, das definitiv mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte!