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Zu Besuch bei einem der ältesten Science-Film-Festivals in Europa

Über 400 Film-Screenings, ein umfangreiches Begleitprogramm und ein gut gemischtes Publikum aus internationalen und tschechischen Science-Filmern, Filmfans und lokaler Bevölkerung: So präsentierte sich am letzten Wochenende das 51. International Festival of Science Documentary Films (Academic Film Olomouc – AFO51) in Olomouc. Das Festival ist nicht nur das größte seiner Art in Tschechien sondern zählt auch zu den ältesten Science-Film-Festivals in Zentraleuropa. Organisiert und kuratiert wird es von Matěj Dostálek (Festivaldirektor) und Jakub Ráliš (Programmdirektor) von der Palacký Universität. Besonders charmant ist dabei die Vielfalt der Veranstaltungsorte: Diese liegen über die ganze Innenstadt verteilt und locken die Besucherinnen und Besucher in Kinos, Hörsäle und Museumsfoyers, aber auch an ungewöhnlichere Orte wie eine Kapelle. Alle Veranstaltungen des Festivals können kostenfrei besucht werden – so finden sich nicht nur viele Studenten sondern auch Bewohner der Stadt in den Sälen wieder.

Und auch wir gehörten dieses Jahr zu den über 5000 Besuchern: In einer Panel-Diskussion haben wir Fast Forward Science – den Webvideo Wettbewerb für die Wissenschaft vorgestellt und gemeinsam mit Lukasz Lamza vom Copernikus Centre for Interdisciplinary Studies in Krakau/Polen und Thilo Körkel von dem Videoportal SciViews das Thema „Viral Science“ diskutiert. Der Fokus lag hierbei auf Webvideos, welche sich viral verbreiten, also überdurchschnittlich viel über Soziale Medien geteilt und gesehen werden.

Ein spannender Aspekt der Diskussion war zum Beispiel die optimale Länge von Webvideos: In welcher Zeitspanne kann man thematisch in die Tiefe gehen ohne dass die Zuschauer wegklicken? Unserer Erfahrung aus Fast Forward Science ist, dass ein Webvideo nicht länger als acht bis neun Minuten sein sollte, in den vergangenen Wettbewerbsjahren war dies die maximale Länge der Gewinnervideos.

Das Copernikus Centre in Krakau sah sich aber zum Beispiel mit einem erhöhten Wissensbedarfs der Zuschauer konfrontiert: Drei- bis fünfminütige Youtube-Clips waren nicht mehr ausreichend. Nun experimentiert man dort mit einem neuen Weiterbildungsangebot, bei dem komplexe Themen in mehreren Webvideos á 10 bis max. 15 Minuten dargestellt werden.

Eine andere Idee wissenschaftliche Videoclips mit weiterführenden Informationen zu verbinden verfolgt das Videoportal SciView: Dieses versieht Webvideos mit redaktionellen Texten um so Hintergrundinformationen zur besseren Einordnung zu liefern.

Der Höhepunkt des Festivals war die Preisverleihung im vollbesetzten Saal des Metropol-Kinos. Moderiert wurde diese von dem in Tschechien sehr bekannten Schauspieler Tomas Hanak – durch simultane Übersetzung konnten auch die internationalen Gäste folgen. Insgesamt wurden acht Awards vergeben, an dieser Stelle seien die Gewinner des Publikumsvotings „Wild Africa 3D“ von Mike Slee und Patrick Morris, der Gewinner des Kurzfilm Awards: „When AIDS was funny“ von Scott Calonico und der Gewinner der Hauptkategorie „Ice and the Sky“ von Luc Jacquet besonders erwähnt.

Das AFO Festival ist definitiv eine Reise wert und neben den „klassischen“ Science-Filmen gibt es zahlreiche Diskussionsveranstaltungen zur Zukunft von neuen Filmformaten und Wissenschaftskommunikation allgemein zu erleben. Wir sind gespannt auf das kommende Jahr!

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