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Bewegungsprofile der Bevölkerung durch Social Media

Nachvollziehen wohin sich Menschen bewegen? Ist ganz einfach – anhand von Metadaten. Wie das funktioniert erklärt Marcel vom YouTube-Kanal marcel.inanutshell in seinem Finalistenvideo, das er in der Kategorie SCITAINMENT eingereicht hat. Mehr über das Video erfahrt ihr hier, bevor ihr im Online-Voting für eure Favoriten abstimmen könnt.

Worum geht es in dem Video?

So ziemlich jeder ist auf Social-Media-Plattformen unterwegs und postet hin und wieder etwas über sich. Seien es Posts als Text, Bild oder Video. Posts jeglicher Art beinhalten sogenannte Metadaten. Metadaten sind Daten über Daten, also zum Beispiel Längen- und Breitengrad eines Posts bei Twitter oder eines Fotos auf Instagram. Oder aber auch der Benutzername der Person, die den Post getätigt hat.

Für die Wissenschaft habe ich mir über eine öffentliche API (Schnittstelle) ca. 330.000 Fotos einer gängigen Plattform geholt. Es gibt dafür keinen Standardweg. Man kann sich das zum Beispiel „herbei hacken“ und Algorithmen entwickeln, um an diese Daten zu gelangen, zu speichern, zu verarbeiten, zu analysieren und zu interpretieren. Hacken heißt in diesem Zusammenhang, die Plattform X sagt: „Hier hast du eingeschränkten Zugang zu unseren Daten. Hier hast du Informationen, wie du an dieselbigen kommst. Viel Spaß! “. Diese Schnittstellen haben bestimmte Restriktionen, die umgangen werden wollen. Ich, der ich selbst Systeme entwickle weiß, dass man nicht an alles denken kann. Obwohl meine Systeme IMMER UNUMGÄNGLICH SIND J kann ich mich in Entwickler hineinfühlen, die so viel um die Ohren haben, dass Sie auch mal Sicherheitslücken entstehen lassen. Und diese können durch einen Hack ausgenutzt werden. Also ist es kein illegaler Hack. So konnte ich zum Beispiel von 12.000 Benutzern, welche die 330.000 Fotos erstellt haben, die Klarnamen erhalten. Was so von den Plattformbetreibern nicht vorgesehen ist.

Hat man die Daten, kann man über diese statistische Algorithmen jagen, die Muster erkennen können. Das sind zum Beispiel Methoden, wie Clustering, Association Rules und Sequential Pattern.

Sind die Daten analysiert und interpretiert, wie in meinem Fall in München, weiß man, wie sich Menschen in der Stadt anhand ihrer Posts bewegt haben. Ein Foto in Cluster 1, dann in Cluster 54 und anschließend in Cluster 951 – schon kenne ich die Route einer Person. Machee ich das mit 12.000 Personen – ja dann hat man schon ziemlich viel Wissen über eine große Gruppe von Personen. Und Wissen ist bekanntermaßen Macht.

Wer steckt hinter dem Video?

Mein Name ist Marcel und ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter in München. Mein Gebiet ist die Informatik – eigentlich bin ich Wirtschaftsinformatiker (MSc.). Ich habe mich mit dem Thema Social Media und Bewegungsprofile wissenschaftlich auseinandergesetzt und möchte die Leute darüber aufklären, was mit ihren Daten in Social Media so alles gemacht werden kann.

Warum sind Webvideos toll für die Wissenschaft?

Es geht um eine aufgeklärte Bevölkerung, die jederzeit Videos zu wissenschaftlichen Themen abrufen und ansehen kann. So kann es zum Beispiel dazu führen, dass sich das Kaufverhalten der Bürgerinnen und Bürger ändert oder auch der Umweltschutz Einzug in das tägliche Leben erhält. Es ist in meinen Augen ein Teil des Fortschritts.

Was hat dich daran gereizt ein Webvideo zu drehen?

Als ich 2017 nach München kam kannte ich nicht wirklich viele Leute. Also habe ich beschlossen auf YouTube Videos zu machen – zum Thema Bildung und dass es in Deutschland jeder schaffen kann. Denn ich war früher auf der Hautpschule und bin jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer der renommiertesten Universitäten in Deutschland. Vermittlung von Wissen und Unterhaltung, das ist meine Leidenschaft.

Dein Tipp für angehende Science YouTuber.

Schnapp dir eine Kamera und lege einfach los! Über die Zeit wirst du immer besser und findest deinen Weg deine Videos ansprechender zu gestalten.

 

Online-Voting für den Community Award

Das Video ist eines von 17 Finalistenvideos. Alle Finalisten kämpfen vom 16. September bis zum 13. Oktober 2019 um eure Likes und Kommentare auf YouTube. Das Video, das am besten abschneidet, gewinnt den Community Award. Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick. #VoteNow

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